Warum sind Richter nur noch Anwender von Normen und nicht mehr Rechtsprecher?

Die Sache ist völlig klar: Eine Frau will zu Hause sterben und dies wurde von verschiedenen nahestehenden Personen bestätigt. Aber Nein, statt Recht zu sprechen berufen sich die Richter auf einen der hunderttausenden von Paragrafen in einer völlig untergeordneten Verordnung und verurteilen, den einzig denkenden Menschen in dieser Angelegenheit, den Leiter des Rettungsdienstes Schwyz wegen Verweigerung des Kadavergehorsams gegen einen völlig unbedeutenden Notfallarztes , der dann zusätzlich noch Strafklage erhebt, wohl weil er es nicht verkraften kann, das es im Gesundheitswesen noch Menschen gibt, die menschlich entscheiden statt hirnlos Paragrafen anzuwenden. Eigentlich müsste man ihn wegen Unmenschlichkeit anklagen und dem Leiter des Rettungsdienstes Schwyz einen Orden verleihen! Abgesehen davon, dass meiner Meinung das Urteil der Staatsanwaltschaft rechtlich völlig haltlos ist und nicht einmal einem Praktikanten solche Urteile passieren dürften, zeigt es einmal mehr, dass unser Rechtssystem am Versagen ist. Die Beteiligten schauen nur noch ins Buch, ob sie irgendeine Norm finden und fragen weder nach dem Gesamtzusammenhang nach der Geschichte noch nach dem Zweck der Norm. Dass eine Norm in vielen Fällen nicht angewendet werden sollte, weil sie zu Unrecht führt, dass dies geschieht, daran glaube ich bei unserer mechanisch agierenden Justiz ohne jeglichen gesunden Menschenverstand längst nicht mehr!

PS: Wer sich darüber wundert, weshalb ich so hart schreibe: Das ist einfach. Ich habe Recht studiert und nicht Paragrafenkunde wie heute üblich und mir tut es weh, wie die heutige Justiz das Recht mit hirnloser Anwendung in seinen Grundfesten zerstört und Politik mit ihrer Sucht nach immer mehr Detailregelungen als Handlanger dient, denn ich liebe das Recht und das tut scheinbar in der Politik und Justiz niemand mehr!

Michel Ebinger Rotkreuz

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