Bestehende Gesetze geschlechtsneutral anwenden würde Sexualdelikte viel effizienter bekämpfen als solchen populistischen Unsinn.

Abgesehen davon, dass diese Initiative sämtlichen Bezug zur Verhältnismäßigkeit verloren hat, ist bemerkenswert, dass hier explizit nur von männlicher Täterschaft die Rede ist. Ob potentielle weibliche Täterinnen wirklich nur aus Vergesslichkeit aus der Debatte ausgeblendet wurde, wage ich zu bezweifeln, da wir hier in einem Land leben, in dem eine Vergewaltigung als solches nicht zählt, wenn eine Frau einen Mann vergewaltigt.

Ein Fall wie neulich in Neuseeland, wo eine 36- jährige Lehrerin ein sexuelles Verhältnis mit einem 12- jährigen Schüler hatte, dafür aber nicht verurteilt werden konnte, weil die Gesetze gegen fast alle härteren Sexualdelikte nicht für Frauen bestimmt sind, könnte theoretisch ähnlich auch in der Schweiz geschehen. Passend zum Abstimmungsheftchen, in dessen Artikel über die "Pädophilen-Initiative" die grammatisch weibliche Form komplett ausgeblendet wurde (in allen anderen Artikeln werden Personen stets in weiblicher und in männlicher Form beschrieben), werden in der schweizerischen Rechtspraxis weibliche Sexualstraftäterinnen de facto komplett ignoriert.

Würde man diese Gesetzeslücke endlich mal in Angriff nehmen, könnten wir ein Vielfaches tun, um die Gesellschaft effizienter, gerechter und objektiver vor sexuellen Verbrechen zu schützen. Aus dieser Initiative resultiert letztendlich eine ähnliche Situation wie beim Gesetz "gegen häusliche Gewalt"- ein nach polizeilicher Willkür i.d.R. nach Geschlechterrollen angewendetes Mittel, um Gewalttäterinnen vor der Strafverfolgung zu verschonen.

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