Oasen der Ruhe versus Staatswerdung

„Jedes Paar hat ein grundlegendes Menschenrecht,
frei und verantwortlich
über die Zahl und die Folge seiner Kinder zu entscheiden,
und ein Recht auf entsprechende Erziehung und Information.“


Krieg – eine Definition

Ein falscher Gedanke. Ein falsches Wort.
Es setzt sich fort. Der Streit gebiert.
Es eskaliert. Unkontrolliert, erwacht der Trieb.

Stirb!

Oh, stirb. Du Feind. Du Mensch. Du Tier. Stirb. Du Freund.
Weiss nicht warum. Ein falsches Wort. Nun bin ich stumm.
Dumm, war ich. So dumm. Und schwach. Nun sehe ich.
Nun bin ich wach. Ein falsches Wort bewegt sich fort.
Und streitet um sein Recht. Sein Knecht - war ich.
Sein Hampelmann. Das falsche Wort - Tyrann und Dieb:
Recht habe ich. Nicht ich will Krieg. Du bist der Unruh‘stifter!


Krieg im Südsudan: Das Spiegel-Magazin berichtet, dass der Auslöser ein Machtkampf zwischen dem Präsidenten und seinem ehemaligen Stellvertreter gewesen sein soll. Zwei Politiker - Männer - verschiedenen Volksgruppen bzw. Parteien verpflichtet, fanden bis vor Kurzem nicht jene Worte, die Fenster statt Mauern sein könnten. Das Leid scheint unermesslich.

Oasen der Ruhe versus Staatswerdung

Neue Staaten, erklärt der UNO-Koordinator Toby Lanzer vor Ort, müssten oft durch Phasen hoher Instabilität und Elend. Dies wäre ein Teil der Staatswerdung.

Ist es möglich, so frage ich mich, weiteres Elend - wie es seit undenklicher Zeit bereits vor der Unabhängigkeit und vor Monaten im Südsudan neu entfacht und seit geraumer Zeit in unmittelbarer Nachbarschaft stattfindet - inskünftig zu verhindern und in Krisen des Wandels, in Krisen neuer Staatswerdung den Aufenthalt im Elend zu reduzieren? Wäre es möglich, dass die Aussage des UNO-Delegierten hinterfragt werden darf, der eine wie der andere Staat - Volk und Führer - bezüglich Staatsfindung voneinander lernen könnten?

Nun, nichts scheint unmöglich zu sein: Zwei Streithähne, die vor wenigen Tagen noch gegeneinander kämpften, haben aktuell in Addis Abeba ein Friedensabkommen unterzeichnet. Sie versprechen, Frieden und Ordnung im Südsudan zu schaffen. Wir und viele andere Staaten rüsten auf. Was ist die Ursache?

Einige Worte der Erklärung: Politik hat mich kaum jemals interessiert, bis zu jenem Zeitpunkt, als ich mich mit der Problematik Überbevölkerung konfrontiert sah. Nur zögerlich tastete ich mich an das Tabu-Thema heran. Doch inzwischen ist mir bewusst, dass unterschiedliche Geburtenkontroll-Möglichkeiten nicht erst seit wenigen Jahrzehnten sondern seit undenklichen Zeiten angewandt werden.

Kluge Menschen – da wie dort

Einige Völker - Männer und Frauen - planten klug. Bereits damals. In achtsamer Übereinstimmung mit den verfügbaren Ressourcen und dem vorhandenen Know-how sowie im Einklang mit Natur und Klima pflegten sie ihren Nachwuchs und sicherten damit das eigene Fortbestehen: War die Ernte wegen Dürren gering und blieb die erste Monatsblutung aus, schluckten die Frauen ihre Kräuter, bevor ein neues Leben heranwuchs und der Stamm viele Hungertote zu beklagen hatte. Was zur Verfügung stand, wurde redlich geteilt. Achtsames Planen und Geburtenkontrolle gehörten zum täglichen Brot.

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Lanzer: Einen Staat aufzubauen setzt Bildung voraus, Ausbildung, Aufklärung, aber auch so Dinge wie Nationalteams im Sport, Künstler oder international bekannte Models; jedenfalls Figuren, auf die ein Land stolz ist. Es braucht Symbole, um eine Nation zu begründen.

Ausbildung, Aufklärung sowie Achtsamkeit

Überbevölkerung. - Dieser Begriff wird auch nach Jahrzehnten unterschiedlich definiert und löst bisweilen Widerstände und Unmut aus: Das Bewusstsein, dass wir uns mit diesbezüglichen Fragen täglich auseinandersetzen, ist nicht immer präsent. Und doch beschäftigt sich jeder Mensch, jedes Paar, jede Gemeinde, jeder verantwortungsbewusste Unternehmer mit Bevölkerungsfragen: Wie viele Menschen können innerhalb bestimmter Räume unter welchen Bedingungen menschenwürdig wohnen und zur Deckung des täglichen Bedarfs und zum Wohlergehen beitragen? Wie kann ich mich selber, meine Kinder, meine Angestellten - wie können wir uns - gesund erhalten und unsere Fähigkeiten entfalten?

Auch „alte“ Staaten „erfinden“ sich immer wieder neu

Um sich bei Bedarf hilfreich den Angelegenheiten seiner Nächsten und denen fremder Völker annehmen zu können, setzt m.E. voraus, dass wir entsprechende Fähigkeiten erlernt haben. Hilfe am Nächsten und Friedensarbeit können nur gelingen mit einem hohen Mass an Respekt für mich und meinen Mitmenschen und im Bewusstsein um meine eigene Beschränktheit und Grösse. Immer wieder bin ich am Üben!

Danke

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