Nein zum indirekten Gegenentwurf zur zurückgezogenen Initiative "Ja zur Hausärztemedizin"

Seit der Einführung der obligatorischen Grundversicherung (KVG) 1996 steigen die Prämien unaufhaltsam an. Für einen Drittel¹ der Bevölkerung sind die Prämien nicht tragbar weshalb diese mittels Individueller Prämienverbilligung (IPV) finanziell unterstützt werden.

Um die rasant steigenden Prämien zu senken wurden verschiedene Modelle eingeführt. So können Prämienzahler zum Beispiel bei der Wahl des Telefonmodells ungefähr 10% der Grundprämie einsparen. Wählt man ein HMO (Health Maintenance Organization) Modell können es sogar bis zu 20% sein.

Am 18. Mai 2014 stimmen wir über den indirekten Gegenentwurf zur zurückgezogenen Initiative "Ja zur Hausärztemedizin" ab. Die Vorlage sieht die Stärkung der Hausärztemedizin in der Bundesverfassung vor. Neben der Förderung durch Bund und Kantone soll, gemäss Art. 117a 2b, für eine angemessene Abgeltung der Leistung der Hausärztemedizin gesorgt werden. Mit anderen Worten also eine "Mindestlohninitiative" für Hausärzte.

Diese Vorlage muss aus verschiedenen Gründen zwingend abgelehnt werden. Es kann nicht sein, dass gewisse Berufsgruppen, durch die Verankerung solcher Verordnungen, anderen gegenüber besser gestellt werden. Statt der Förderung der Hausärztemedizin sollte das HMO-Modell gefördert werden, vor allem in städtischen Gebieten. In diesem Modell verpflichtet sich der Versicherte als erstes eine Gesundheitspraxis zu konsultieren wo verschiedene, festangestellte Ärzte, medizinische Grundversorgung in unterschiedlichen Bereichen, erbringen. Dieses Modell hat klar finanzielle Vorteile gegenüber der Hausärztemedizin. Hinzu kommt das der Patient viel mehr Leistungen unter einem Dach vereint antrifft und so Zeit spart.

Die Vorlage ist ein scheinheiliger Versuch praktizierender Hausärzte dem Trend, hinzu zu Gesundheitspraxen, entgegenzuwirken. Wird die Vorlage angenommen, werden wir alle finanziell dafür aufkommen müssen. Zum einen mit den weiter steigenden KVG-Prämien zum anderen mit Steuerabgaben, welche als Subventionen in Form von IPV einem Teil der Bevölkerung zugute kommen. Ganz abgesehen von den Mehrkosten, die durch die Umsetzung der Gesetzestexte entstehen.

Deshalb am 18. Mai 2014 Nein zum indirekten Gegenentwurf zur zurückgezogenen Initiative “Ja zur Hausärztemedizin”.

Keith D. Wyss

¹ Gemäss Bundesamt für Gesundheit wurden im Jahr 2012 2’308’000 Personen mit Beiträgen unterstütz. Dies entspricht einem Anteil von 29% der Versicherten.

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