Das Orchester der medizinischen Grundversorgung - mehr als nur Hausarztmedizin

Am 18. Mai stimmen wir über einen Verfassungsartikel zur Stützung der medizinischen Grundversorgung ab, der als Gegenvorschlag zur Hausarztinitiative eingebracht wurde.

Als kleiner, aber feiner Unterschied fokussiert der Gegenvorschlag nicht nur auf die Hausärzte, sondern weist auf „andere“ Berufszweige hin, die die Grundversorgung sicherstellen. Da sich viele Leute nichts Genaues darunter vorstellen können und auch die Hausärzte in der Pro-Kampagne den Schwerpunkt auf sich selbst legen, finde ich es wichtig, auch einmal diese „anderen“ Berufsgruppen zu erwähnen. Eine gute Grundversorgung baut auf vielen Akteuren:

Ambulante Pflege (an erster Stelle die Spitex), welche Patienten individuelle Pflege und Haushaltshilfe zu Hause anbietet. Im medizinsichen Bereich sind sie Kompetenzträger für Patienten mit chronischen Wunden, Katheterisierung, künstlichen Darm- und Luftröhrenausgängen und einigen mehr. Hier wirkt ein Ensemble aus diplomierten Pflegefachleuten, Fachfrau/mann Gesundheit und Rotkreuz-Pflegehelferinnen. Ähnlich zusammengesetzte Teams arbeiten auch in den Altersheimen.

Zahnärzte, welche zwar quasi spezialisiert sind, aber nichtsdestotrotz zur Gundversorgung dazugehören. Von Kindesbeinen an kümmern sie sich um unsere Zahngesundheit.

Apotheken, die sechs Tage pro Woche und 52 Wochen im Jahr ohne Anmeldung wegen gesundheitlicher Beschwerden aufgesucht werden können. Apotheker und Pharmaassistentinnen unterstützen zudem die eigenverantwortliche Selbstmedikation und helfen Patienten mit Arzneimitteltherapien, die vom Hausarzt, Spezialisten oder Spital verordnet wurden. In vielen Regionen leisten sie auch Notfalldienst.

Physiotherapeuten, welche auf Verordnung des Arztes oder in eigenständiger Praxis mechanische und manuelle Therapien anbieten, beispielsweise zur Rehabilitation oder bei rheumatischen Erkrankungen. Sie kennen sich damit sehr gut mit dem menschlichen Bewegungsapparat aus.

Weitere Berufe, die sich am Gesundheitswesen mit unterschiedlicher Ausprägung beteiligen oder nicht überall zur Verfügung stehen, sind Chiropraktoren, Psychologen, Hebammen, Drogisten, Ernährungsberater, Heilpraktiker unterschiedlicher Ausrichtung, Podologen, Optiker, Akustiker und noch viele weitere.

Wer sich hier vergessen fühlt, darf gerne Ergänzungen machen.

Es ergibt sich aus dieser Fülle an Akteuren, dass Koordination und interdisziplinäre Zusammenarbeit ein absolutes Muss sind. Indem die Aufgaben nach Kompetenz der jeweiligen Berufsgruppe aufgeteilt werden und damit das bestmögliche Know-How eingesetzt wird, erhält man eine höhere Qualität und damit auch eine bessere Effizienz, was letztlich auch Kosten senkt. Auf diese Weise bleibt medizinische Versorgung für jedermann zugänglich und bezahlbar. Daher Ja zu einer breit abgestützten Grundversorgung!

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