Die grenzenlose Macht der Eltern.

Die Schweiz ist ein leistungsorientiertes Land. Deshalb erstaunt es mich immer wieder, dass Schülerinnen und Schüler, die dem Sekundarniveau nicht gewachsenen sind, in den Sekundarklassen unterrichtet werden müssen, sofern dies die Eltern wollen. Die Lehrpersonen, welche die Kinder tagtäglich um sich haben, kennen deren Stärken und Schwächen. Deshalb sollten diese auch die Niveau-Entscheide treffen.

Der Schulunterricht mit Kindern, die dem Stoff nicht gewachsen sind, bringt nämlich niemandem etwas. Für Lehrpersonen wird das Unterrichten erschwert. Bei immer grösseren Klassen besteht die Möglichkeit der Individuellen Förderung eigentlich nicht mehr. Dadurch verlieren die betroffenen Kinder den Anschluss an die restliche Klasse. Am Ende bekommt die Lehrperson ihr Fett weg, da sie anscheinend „ihren Beruf nicht richtig ausübt“. Die Eltern realisieren ihre eigenen Fehler leider nicht und schieben die Schuld weiter. Oft wollen sie es auch gar nicht wahrhaben, dass ihr Kind den Anforderungen nicht gewachsen ist.

Am Schlimmsten ist die Situation aber für die betroffenen Kinder. Laufend schlechte Noten nagen am Selbstbewusstsein. Dies wiederum führt zu einer anhaltend stärkeren Demotivation für die Schule, was sich in noch schlechteren Noten widerspiegelt. Schlussendlich sind die schlechten Noten und ein fehlendes Selbstbewusstsein für die Jobsuche nicht gerade förderlich. Ein negatives Erlebnis jagt also das andere.

Den Eltern muss bewusst werden, dass es keine Schande ist die Realschule zu besuchen. Im Gegenteil: Lieber ein guter Realschüler als ein schlechter Sekundarschüler!

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