Mindestlohninitiative – nicht nur der Coiffeur wird Haare lassen

Mindestlohninitiative – nicht nur der Coiffeur wird Haare lassen

Löhne schützen klingt schön und gut. In der Realität zeigt sich jedoch, dass die Umsetzung Folgeschäden mit sich zieht, die wohl von den Initianten dann doch nicht so gewollt sind. In Zukunft werden wohl nicht nur Haare, sondern auch Arbeitsplätze gestutzt werden.

Jede Coiffeuse „verdient“ per sofort 4‘000 CHF. Haarige Angelegenheit für die Besitzerin des Friseursalons. Sie ist leider keine begnadete Magierin und muss sich daher überlegen wie sie diese Lohnerhöhung finanzieren kann. Eine Preiserhöhung ihrer Dienste wäre wohl unumgänglich.

Setzen dies alle betroffenen Branchen um, wird der Arbeitnehmer, der gleichzeitig Konsument aller möglichen Güter ist, nun seinen höheren Lohn einfach bei höheren Produktpreisen liegen lassen. Geändert hat sich überhaupt nichts, ausser dass der Arbeitnehmer durch den grösseren Lohn ein bisschen mehr Einkommenssteuer abgedrückt hat (Progression lässt grüssen) und durch die Preiserhöhungen sich schlussendlich nur noch die Fransen schneiden lassen kann. Sollten aber doch die Sparmassnahmen durchgesetzt werden, werden Stellen gestrichen.

Dass wir dem Tourismus und dem Export ein Schippchen schneiden, ist nichts Neues. Aber sollen die Friseursalons in der Stadt Zürich, im Tessin und im Jura, neu den gleichen willkürlichen Lohnzwang haben? Dies ist äusserst fragwürdig…

Ein weiteres Haar in der Suppe: Der Mindestlohn verschiebt nicht nur den untersten Lohn, sondern gleich das ganze Lohngefüge nach oben. Dies damit die 20 Jährige, welche nun 4‘000 CHF verdient, nicht gleichgestellt ist wie die 30 Jährige mit deutlich mehr Arbeitserfahrung. Somit steigen die Lohnkosten auf allen Stufen an. Sollten einige tollkühne Unternehmer dies jedoch nicht entsprechend umsetzten, wird die Jugend die Quittung umgehend erhalten. Warum eine 20 Jährige Lehrabgängerin ohne Berufserfahrung einstellen wenn ich auch für denselben Lohn die 30 Jährige bekomme?

Einmal mehr würde die Jugend ein Opfer der organisierten Willkür.

Matthias Furrer
Jungfreisinnige Kanton Luzern

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