Wollen täten ja alle...

Wollen täten ja alle…

Saubere Energie, ein gutes Gewissen beim Autofahren, der Nachwelt eine intakte Umwelt hinterlassen, eine sichere Energieversorgung ohne Lücken – das wollen wir doch alle.
Die einen fordern nun innert kürzester Zeit einen Ausstieg aus der Atomenergie, weil diese im Falle eines Unfalls schwerwiegende Folgen hat und das Problem der Abfallentsorgung nicht geklärt ist. Andere negieren den Einfluss des Menschen auf Veränderungen in der Umwelt und halten Erdöl immer noch für die beste Version der Energiegewinnung. Wieder andere wollen möglichst nur noch Energie aus erneuerbaren Ressourcen generieren.

Wollen täten alle, nur über den Weg hin zu einer sauberen, nachhaltigen und sicheren Energieversorgung scheiden sich die Geister. Mir muten die Diskussionen um Energieversorgung gelegentlich schon fast grotesk an. Wir wollen Windenergie, wir wollen mehr Energie aus Wasserkraft, wir wollen mehr Solarpanels – doch bitte das Windrad nicht auf dem Berg vor meinem Haus aufstellen, bitte die Staumauer nicht erhöhen und bitte in Innenstädten keine Solarzellen auf die Dächer, weil dies das Stadtbild stört. Ach ja und die Forschung an neuen Formen der Kernenergie soll verboten werden, zugleich zwingen wir aber alle Hausbesitzer gewisser Regionen, auf ihren Dächern Sonnenenergie zu gewinnen. Mir scheint, es herrscht eher ein kopfloses Bemühen, das eigene Gewissen zu beruhigen, als eine vernünftige und nachhaltige Auseinandersetzung mit der Thematik.

Wenn schon alle wollen, braucht es auch von allen Seiten Zugeständnisse und Kompromisse. Wenn wir Windenergie wollen, müssen wir bereit sein, Windräder an geeigneten Stellen aufzustellen, inkl. der damit verbundenen Veränderung des Landschaftsbildes. Wenn wir weiterhin das Wasserschloss Europas sein wollen (mit entsprechenden Speicherkapazitäten) müssen wir bereit sein, die Staumauern zu erhöhen. Wenn wir wollen, dass sich die effizientesten und praktikabelsten Varianten der Sonnenenergiegewinnung durchsetzen, müssen wir den Wettbewerb spielen lassen und nicht staatlich vorschreiben, wer auf seinem Dach Solarzellen installieren muss.

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