Sehr geehrtes Volk, Sie sind entlassen! aus dem Nebelspalter, http://www.nebelspalter.ch/Sehr+geehrtes+Volk+Sie+sind+entlassen/618301/detail.ht

Der Schweizerische Bundesrat
Le Conseil fédéral suisse
Il Consiglio federale
Il Cussegl federal svizzer

Kündigung

Sehr geehrtes Volk,
Sie sind entlassen.

Nachdem Sie sich wiederholt geweigert haben, sich bei Abstimmungen an unsere Weisungen zu halten, sehen wir uns leider gezwungen, das langjährige Vertrauensverhältnis, welches sich in letzter Zeit so negativ entwickelt hat, aufzukündigen. Da sich Ihre und unsere Interessen in der Politik offensichtlich nicht vereinen lassen, scheint uns die Basis für eine weitere Zusammenarbeit nicht gegeben. Deshalb bedauern wir, Ihnen das Mandat als Stimmvolk entziehen zu müssen und fordern Sie auf, dieses Land sofort zu verlassen, damit wir ein neues Volk einarbeiten können, welches dann hoffentlich fähig sein wird, seine politische Teilnahme an unserer Arbeit auch zu unserer Zufriedenheit zu erfüllen. Eine Weiterführung Ihrer Arbeit an unserer Politik scheint uns nicht ratsam, da Sie anscheinend gewillt sind, die Ihnen von uns gewährten Freiheiten schamlos auszunutzen.
Wir haben offensichtlich zu oft ein Auge zugedrückt, wenn Ihr Abstimmungsverhalten nicht unseren Wünschen entsprochen hatte und haben die von Ihnen an der Urne gemachten Fehler in mühsamster Gesetzesarbeit mit dem Parlament wieder korrigiert. Es ist ja wahrlich nicht das erste Mal, dass Sie durch Ungehorsam an einem Abstimmungssonntag negativ aufgefallen sind. Auch unsere Nachbarn von der EU begannen sich in letzter Zeit immer lauter zu beschweren über Ihr Verhalten. Ihre politischen Ansichten, was Freiheit und Unabhängigkeit anbelangt, sind tendenziös - um nicht zu sagen eine Frechheit - und verärgern in zunehmenden Masse nicht nur uns, sondern auch unsere Freunde von der EU, welche ihrerseits ja ebenfalls nicht gerade das einfachste Volk zu regieren hat und natürlich zu Recht befürchtet, dass Ihr unflätiges Verhalten an der Urne auf das Volk, welches der EU dient bzw. welches von der EU betreut wird, einen negativen Einfluss haben könnte oder dieses sogar zum offenen Widerspruch gegen die eigene Regierung anstacheln wird, und man sieht ja in der Ukraine bestens, wo das hinführt. Dem Frieden jedenfalls dient solches widerspenstiges Verhalten ganz sicher nicht.

Aus all diesen Gründen sehen wir uns veranlasst, Ihnen das unserer Vereidigung ausgesprochene Vertrauen zu entziehen und entlassen Sie aus der Schweiz.

Wir wünschen Ihnen trotzdem alles Gute für Ihre Zukunft als Volk. Gerne geben wir Ihnen auch noch ein paar Ratschläge mit auf den Weg, damit Sie es sich mit Ihrer nächsten Regierung - sollten Sie denn überhaupt je wieder eine finden, was uns bei Ihren Referenzen zweifelhaft erscheint - dann nicht wieder so schnell verscherzen.

  1. Halten Sie sich an die Weisungen des Bundesrates. Dies gilt vor allem und im Besonderen für Abstimmungen. So machen Sie dem Bundesrat nicht unnötig das Leben schwer, und er muss sie dann nach der Abstimmung auch nicht tadeln oder bestrafen.
  2. Stören Sie den Bundesrat nicht bei seiner wichtigen Arbeit. Unterlassen Sie insbesondere das Sammeln von Unterschriften zwecks Einreichung von Volksinitiativen jeglicher Art und dergleichen. Der Bundesrat

weiss selber am besten, was gut ist für das Volk und was nicht.

  1. Hören Sie auf den Ihnen vorgesetzten Bundesrat. Er ist klüger und weiser als das Volk. Tun Sie, was der Bundesrat sagt, dann besteht auch kein Anlass zum Widerspruch.
  2. Widersprechen Sie dem Bundesrat nicht. Der Bundesrat hat wahrlich Besseres zu tun, als dauernd mühsam die Fehlentscheide des Volkes zu korrigieren.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Ratschlägen gedient zu haben und entlassen Sie mit vorzüglicher Hochachtung

Ihr Bundesrat

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