Es geht um viel mehr als um den Mindestlohn, es geht um die Zukunft der bisherigen alten Wirtschaft!

Ein Hauptgrund der Gegner der Mindestlohninitiative ist, dass sie glauben, die Jungen würden keine Lehre mehr machen! Unterschätze die Jugendlichen nicht, sie werden trotzdem eine Lehre machen wenn die Wirtschaft spurt und anständige Löhne zahlt, die Gefahr für das duale Bildungssystem kommt von ganz woanders: Die Wirtschaft beginnt jetzt schon Diplome zu missachten und deren Wertlosigkeit zu erkennen. Zudem ist das lebenslange lernen eine PR-Massnahme der millionenschweren Bildungsindustrie. Früher hiess dies "Erfahrung" und ermöglichte das Fortkommen, heute verhindern völlig unnütze Diplompflichten vielen, dass sie Arbeiten können. Wir schaffen uns den Fachkräftemangel selber indem wir bald für eine Putzfrau eine Fachhochschule voraussetzen! Viele junge Frauen besinnen sich immer mehr auf die alte Rollenteilung, ob das der Wirtschaft passt oder nicht und die jungen Männer wollen leben, Karriere verliert an Bedeutung. Die Folge ist einfach: Abgesehen davon, dass schon aufgrund der Demografie Arbeitnehmer rar werden, wird man auch weniger auf Frauen ausweichen können. Zudem wird die Kaderrekrutierung erschwert werden. Fazit: Die Wirtschaft wird sich entschlacken, den bürokratischen Überbau entsorgen und sich nicht mehr leisten können Junge drei oder vier Jahre aus zu bilden. Die Ausbildung wird vielerorts zum Wohle der Wirtschaft on the Job erfolgen. Profitieren davon werden genau die, welche heute chancenlos sind und die Wirtschaft, welche sich neu orientieren muss. Dagegen ist die Mindestlohninitiative ein Nichts. Aber sie hat was Gutes. Vielleicht merkt unsere Geiz-ist-Geil-Gesellschaft, dass wir nur anständige Löhne bezahlen können, wenn wir bereit sind für Ware und Leistung fair zu bezahlen. Diese Mindestlohninitiative wäre Anlass sich grundlegend Gedanken zu machen statt nur die Angstschiene zu fahren. Wie wir entscheiden ist völlig Wurst, denn die Umwälzungen kommen erst noch!

Michel Ebinger Rotkreuz

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