Fusionen – Risikoreich und…

Fusionen führen unterschiedliche Systeme, Organisationen, Werte und Kulturen zusammen und stellen hochriskante Projekte dar deren Ausgang oft ungewiss ist - erst recht bei Zwangsfusionen.

Haben Sie, verehrte Leserinnen und Leser schon einmal eine Fusion erlebt? Ganz direkt? Ich schon - sogar eine, die heute als sehr erfolgreich beurteilt wird. Trotz des erfolgreichen Resultats: Die Zeit des Zusammenschlusses war geprägt von vielen Unsicherheiten sowie zahlreichen Doppelspurigkeiten, wobei sich die Organisation mehrheitlich um sich selbst, anstatt um die Kunden kümmerte - obwohl die Fusion objektiv betrachtet positiv verlief. 
Viele Fusionen erleben allerdings ein anderes Schicksal und scheitern. Entweder vollständig, oder aber sie erfüllen nie die Erwartungen. Zu oft ist die fusionierte Organisation nur noch mit sich selber beschäftigt und nicht mit denjenigen, die wirklich wichtig sind: den Kunden. Das ist schlecht, sehr schlecht. Hinzu kommt, dass auch die Kosten unterschätzt werden. Speziell in Sachen IT, aber nicht nur. Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass Fusionen einen erheblichen (Erfolgs-) Unsicherheitsfaktor mitbringen, welcher bei Zwangsfusionen noch viel höher und ein scheitern noch wahrscheinlicher ist.

Warum ich darauf hinweise? Weil Sie in Kürze über eine Fusion abstimmen. Nein, nicht einfache EINE Fusion. Sondern eine Fusion von 60 Organisationen! Nicht über eine freiwillige Fusion, sondern über eine Zwangsfusion.

Richtig, ich schreibe von der Initiative Einheitskrankenkasse, denn diese will genau solch eine Zwangsfusion von 60 Unternehmen mit unterschiedlichen Kulturen, Organisationsstrukturen, IT-Systemen, usw. Die von den Initianten gewünschte Zwangsfusion ist schlicht eine fahrlässiges Destabilisierung unseres Gesundheitssystems. Ein Hochrisikoprojekt, welches ich den Versicherten und unserem Gesundheitswesen als Ganzes ersparen möchte.

Die Einheitskasse nimmt den Versicherten die Wahlfreiheit und liefert sie einem Monopol aus, senkt die Qualität da alles zum Einheitsbrei wird und verteuert am Schluss das Gesundheitswesen! Heute herrscht grosse Wahl- und Therapiefreiheit – Morgen ist alles staatlich gelenkt!
Sie sehen meine berechtigten Sorgen. Sorgen, die uns alle angehen, von den Befürwortern allerdings einfach ignoriert werden. Dass gerade die Initianten die Diskussion über die Fusions-Durchführung wie der Teufel das Weihwasser scheuen, zeigt die Stichhaltigkeit des vorangehenden Arguments. Deshalb: Kaufen Sie nicht die Katze im Sack! Die Einheitskasse wäre ein gigantisches nationales Destabilisierungs-Projekt mit unkalkulierbaren Risiken. Nein danke!

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