Gesundheitspolitik mit Weitsicht! - Auf Dauer nachhaltiger und günstiger!

In den letzten Wochen wurde auch das Gesundheitswesen im Kanton Bern von den beschlossenen Sparmassnahmen stark getroffen. Es ist unbestritten und vollkommen klar, dass dem Kanton Bern Geld fehlt und die Sparmassnahmen nötig waren. Es ist äusserst schwierig zu definieren, wo am ehesten gespart werden kann, ohne einen zu grossen Schaden zu verursachen.
Die Sparmassnahmen sind beschlossen und es geht nun darum, das Beste daraus zu machen

Die beschlossenen Sparmassnahmen im Gesundheitsbereich haben nun neben den Pflegeheimen vor allem die Psychiatrie und Spitex getroffen.

Psychiatrie

Ich arbeite seit rund 8 Jahren selber im Pflegebereich und habe diese Entwicklung mit grosser Sorge zur Kenntnis genommen. Für mich hat es sich in den letzten Jahren immer wieder klar gezeigt, dass der Bereich der Psychiatriepflege zunehmend an Bedeutung gewinnt und in Zukunft unverzichtbar sein wird. Durch die beschlossene Kürzung der Beiträge an den Psychiatriepflegebereich besteht langfristig die Gefahr, dass die nötigen Angebote nicht mehr zur Verfügung gestellt werden können und betroffene Menschen nicht mehr bedarfsgerecht betreut werden. Die Kosten werden dadurch eher verlagert (z.B. an die Krankenkasse und/oder IV), da vermehrte Arztbesuche oder sogar Spitalaufenthalte nötig werden.

Spitex

Im Spitexbereich sehe ich die Sparmassnahmen als falsches Signal: Ja, man kann sagen, die Spitex ist mit einem blauen Auge davongekommen. Dass die zuerst geplanten Kürzungen an Pflege- und Behandlungspflegeleistungen nicht durchgesetzt wurden erachte ich als sehr positiv und unbedingt notwendig.
Der Bereich "Hauswirtschaft" ist jedoch stark betroffen. Meiner Meinung nach bewirken die Kürzungen hier langfristig eher das Gegenteil. Ich möchte hier doch kurz erwähnen, was die hauswirtschaftlichen Leistungen überhaupt bedeuten. Viele Kunden der Spitex sind zwar noch sehr selbständig und können gut Zuhause leben. Es gibt jedoch Tätigkeiten ( Wohnungsreinigung, Wäschepflege, Einkaufen u.s.w. ) welche zunehmend schwieriger werden und die Hilfe der Spitex nötig machen. Ein Besuch der Spitex erfüllt oftmals auch einen wichtigen sozialen Faktor, welcher für sehr viele Kunden äusserst wichtig ist. Ohne diese kleine aber bedeutende Unterstützung werden wohl viele Menschen ihr geliebtes Zuhause verlassen müssen und in eine Alters- oder Pflegeinstitution eintreten. Wenn ich mir die entsprechenden Kosten so überlege, komme ich definitiv zum Schluss, dass hier wohl das angestrebte Sparziel nicht realistisch ist.

Ich bin froh und stolz, dass wir im Kanton Bern ein gutes und sicheres Gesundheitssystem haben. Damit dies jedoch auch in Zukunft so bleibt und weiterhin alle davon profitieren können, ist jetzt eine starke Gesundheitspolitik mit Weitsicht von grosser Bedeutung!!!

0 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Gesundheit»

zurück zum Seitenanfang