Urlaub für Adoptiveltern

Endlich ein Kind! Es gibt Paare, für die es nicht selbstverständlich ist, ein Baby zu bekommen. Klappt es auf natürliche Art nicht, entscheiden sich nicht wenige für die Adoption eines Kindes. Dies ist meist ein langer Weg. Ist das Wunschkind endlich da, bleibt den Eltern jedoch keine Zeit, die erste Zeit mit ihrem Kind zu geniessen. Warum? Adoptiveltern haben kein Anrecht auf einen bezahlten Urlaub. Als Vertreter der CVP, einer Familienpartei, setze ich mich mit einer parlamentarischen Initiative dafür ein, dass sich dies ändert.

Das Gesetz sieht einzig eine Mutterschaftsentschädigung und einen Mutterschaftsurlaub für biologische Eltern vor. Ziel ist es, dass sich die Mutter von der Geburt erholen kann. Dies ist jedoch nicht das einzige: Die Zeit ist auch dafür da, die Eltern-Kind-Beziehung aufzubauen, was für die gute Entwicklung unerlässlich ist.

Verdiente Auszeit nach langem Adoptionsverfahren

Bei der Adoption von Kindern im frühen Kindesalter – von der Geburt bis zum vollendeten 4. Lebensjahr – sind die Bedürfnisse des Kindes und der Adoptions-Familie die gleichen wie bei biologischen Eltern. Auch Adoptiveltern sollen eine begrenzte Zeit erhalten, die für sie und ihr Kind reserviert und bezahlt ist. Vergessen wir nicht: Ein Adoptionsverfahren ist lang, beschwerlich und kostspielig!

Ich schlage in meiner parlamentarischen Initiative vor, dass ein Adoptionsurlaub sowohl von Müttern wie auch von Vätern bezogen werden kann. Die Familie soll selber entscheiden, wie sie den Entschädigungsanspruch unter sich aufteilen will. Kein Anspruch auf Urlaub entsteht, wenn Kinder der Ehefrau oder des Ehemannes adoptiert werden.

Flexible Urlaubszeit - Kosten sind tragbar

Der Adoptionsurlaub soll es den Eltern erlauben, sich an das Kind und die von Fall zu Fall verschiedene neue familiäre und berufliche Situation zu gewöhnen. Der Urlaub soll im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber flexibel block-, tage- oder halbtageweise bezogen werden können. Ich schlage 12 Wochen vor, die mit höchstens 80 Prozent des Erwerbseinkommens entschädigt werden sollen. Zum Vergleich: Die Kantone Zürich, St. Gallen und Jura gewähren ihren Angestellten einen Urlaub von 16 Wochen, der zu 100 Prozent entschädigt wird. Das gleiche gilt übrigens für die Angestellten der CVP Schweiz.

Auch die Kosten eines Urlaubes für Adoptiveltern sind tragbar. 2010 belief sich die Zahl der adoptierten Kinder auf 0,3 Prozent der Anzahl Geburten.

Ergänzung des Gesetzestextes

In seinem Bericht „Vaterschaftsurlaub und Elternurlaub“ vom 30. Oktober 2013 hält der Bundesrat fest, dass der Begriff der Mutterschaftsversicherung weit gefasst ist und auch auf die Adoption ausgedehnt werden kann. Aus diesem Grund schlage ich vor, dass das Bundesgesetz über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft (EOG) mit einem Kapitel zum Adoptionsurlaub für beide Elternteile zu ergänzen.

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