Kinderpornografie

Zitat:

Nun zeigen Recherchen: Die Operation «Spade» reichte bis in die Schweiz. 154 Personen mit hiesigem Wohnsitz haben 306 Filme bei Azov bestellt, bestätigt Danièle Bersier, Sprecherin beim Bundesamt für Polizei (Fedpol). Es handelte sich um DVDs und Internet-Downloads. Ungefähr 10 Prozent der Azov-Kunden waren den Behörden im Zusammenhang mit Kinderpornografie bekannt.

Die Bundeskriminalpolizei untersuchte die in der Schweiz bestellten Azov-Filme. Sie zeigen 10- bis 16-jährige Buben, die nackt spielen. In der Schweiz ist solches Material legal. «Die Filme zeigten weder sexuelle Handlungen, noch war eine Fokussierung auf Geschlechtsteile der Jungen feststellbar», sagt Bersier.

«Wir haben die Informationen deshalb nicht an die kantonalen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet.»

Auch habe man die Personendaten nicht gespeichert, da eine Rechtsgrundlage fehle.

Das überzeugt Kinderschützerin Bongni nicht. Sie fordert, den Kauf und Verkauf von Videos mit nackt spielenden Kindern zu verbieten. «Hier besteht eine Lücke im Strafgesetz, die geschlossen werden muss.» Auch Martin Boess von der Schweizerischen Kriminalprävention will ein Verbot: «Wer solche Bilder kauft, tut das ausschliesslich, um sich sexuell zu befriedigen.»

http://www.sonntagszeitung.ch/home/artikel-detailseite/?newsid=275629

offener Brief an das Polizei und Justizdepartement:

Sehr geehrte Frau Bundesrätin Sommaruga,

Laut der heutigen Sonntagspresse, erhielt die Bundeskriminalpolizei - 154 - Personendaten von AZOV – Kunden zur Weiteleitung, an die jeweiligen kantonalen Strafbehörden.

Mit enormen Befremdung habe ich zur Kenntnis genommen, das die Bundespolizei ohne jegliche Transparenz, insbesondere eigenmächtig entschied, die erhaltenen Daten, nicht an die kantonalen Strafverfolgungsbehörden weiterzuleiten, sowie auch danach noch zu löschen.

Die Vorgehensweise ist m.E. eines Rechtsstaates nicht würdig. Offensichtlich war man sich in Ihrem Justiz und Polizeidepartement nicht bewusst, das der Besitz, Vertrieb von einschlägig bekannten Bildern etc. – bereits als Anfangsverdacht, für polizeiliche Ermittlungen ausreicht. Die Filme von AZOV belegen die Strafbestände der Rechtsverletzung, der Menschenwürde – Recht auf Bild – sowie auch die psychische und physische, sexualisierte Ausbeutung von Minderjährigen – nicht ohne Grund wurden die Vertreiber verurteilt. Es stellt sich somit die Frage, ob man sich in Ihrem Departement der Strafvereitelung, schuldig machte?

Freundliche Grüsse
Frau Petra Hartmann
Expertin, präventiven Opferschutz

http://www.politnetz.ch/artikel/17447-ein-teil-von-dir-stirbt-immer/kommentar/303152

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