Nach wie vor grosser Handlungsbedarf

Vor 20 Jahren rief die UNO das Internationale Jahr der Familie ins Leben. Erinnerungen an die Anstrengungen, die im Zuge der damaligen Formulierung von familienorientierten Grundsätzen unternommen wurden, werden wach. Damals hatte die von Pro Familia Schweiz ins Leben gerufene Nationale Kommission für das Internationale Jahr der Familie den Schwerpunkt auf die Anerkennung der Leistungen der Familien gelegt und forderte ferner die Schaffung einer Eidgenössischen Kommission für Familienfragen. Pro Familia ihrerseits war mit einer Wanderausstellung in allen Landesteilen präsent und legte die Schwerpunkte auf die Anerkennung der Vielfalt der Familienformen und auf die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

20 Jahre später sind wir einen kleinen bescheidenen Schritt weiter. Zwischenzeitlich wurde 1995 die Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen EKFF als beratendes Organ des Bundesrates eingesetzt. Der Bund publizierte – nach 1981 – endlich 2004 – den 2. Familienbericht. Die Familienpolitik ist mittlerweile nicht nur auf kantonaler, sondern nun auch auf Bundesebene Gegenstand der politischen Auseinandersetzungen. Und doch bleibt viel zu tun!

Für die Begehung des 20. Jubiläums des Internationalen Jahres der Familie legen die Vereinten Nationen den Schwerpunkt auf die Förderung der Familienpolitik. Die europäischen Länder ihrerseits wie auch Pro Familia Schweiz – die offizielle Schweiz verzichtet auf die Begehung dieses Jahres – bearbeiten weiterhin das Thema der Vereinbarkeit, denn es braucht noch viel mehr Anstrengungen, um die Schaffung eines Gleichgewichtes zwischen Familie und Beruf zu erreichen. Die familienpolitischen Herausforderungen sind zahlreich. Entwicklung und Begleitung der Kinder, wandelnde Wahrnehmung der Rolle des Vaters, Forderung nach höherer Erwerbsquote der Frauen, wachsende Familienarmut und langsame Erosion eines Teils des Mittelstandes, also wirtschaftliche Absicherung der Familie, Folgen der älter werdenden Gesellschaft und Verfügbarkeit der pflegenden Angehörigen.

Die sozio-ökonomischen und sozio-demographischen Veränderungen sind für Familien enorm herausfordernd und verlangen ein Mitdenken und Mitgestalten, sowohl der Gesellschaft als auch der Wirtschaft. Denn um ihre innerfamiliären und gesellschaftlichen Leistungen zu erbringen, brauchen Familien vor allem drei Dinge: Zeit, Geld und Infrastrukturen.

Die Unterstützung bleibt lückenhaft und ist ungenügend. Es braucht bessere Rahmenbedingungen, die Familien endlich ermöglichen, alles unter einen Hut zu kriegen. Es braucht Einsichten und Aussichten und schliesslich den Mut zur Veränderung, um sich dem Alltag der Familien anzunähern.

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