Nach dem Ja zur Abschottungsinitiative

Die Geschichte beginnt 1992, als die Schweiz Nein zum EWR-Beitritt sagte.
Der SVP war es damals gelungen, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass "die da oben in Bern" mit einem EWR-Beitritt den ersten Schritt für einen EU-Beitritt machen wollten, dass es sich bei der Abstimmung lediglich um eine Hidden Agenda handelte.
Zurecht bedauerte die Schweizer Regierung das Nein zum EWR zutiefst. Was danach geschah, war knall harte Knochenarbeit: Die Schweiz suchte Wege, um sich aus der drohenden Isolation zu lösen: Die Bilateralen waren der Ausweg dazu. Doch die Schweiz blieb zwölf Jahre lang ohne Wachstum, sie konnte zehn Jahre lang keine neuen Abkommen abschliessen.

Ohne die bilateralen Verträge wäre es schwierig geworden. Die EU ist und bleibt unser wichtigster Verhandlungspartner. Wir sind ein kleines Land und daher umso mehr angewiesen auf gute internationale Beziehungen.

2014 sagen wir also Nein zu den Bilateralen, und wieder ist es die SVP, welche dem Volk vorgaukelt, wir würden ohne diese Bilateralen gut weiterleben.

In Tat und Wahrheit wird sich das Klima deutlich verschlechtern. Die Schweiz wird die Folgen der Europäischen Stimmung gegen unser Land deutlich zu spüren bekommen.

Die Schweiz kann froh sein, wenn sich wieder ein paar seriöse PolitikerInnen finden lassen, welche versuchen werden, für die Schweiz die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Ob es beim zweiten Anlauf erneut möglich ist, den Schaden nachhaltig zu begrenzen, werden wir sehen.

Die Schweiz hat nicht gelernt aus ihren Fehlern. Schade.

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