Wir sollten die Steue­rung der Zu­wan­de­rung als Chan­ce wahrnehmen.

Die Annahme der Initiative "gegen die Masseneinwanderung" überrascht nicht, nachdem sogar linke Autoren Bücher über die negativen Folgen der starken Einwanderung geschrieben haben (ich denke an Vontobel/Löpfe "Aufruhr im Paradies", 2011). Der Bundesrat und die Mehrheit der Parteien wollten die Zeichen nicht erkennen. Anstatt die Herausforderungen der Zuwanderung ernst zu nehmen und über Gegenvorschläge zur Initiative nachzudenken, wurde nur das Loblied auf das Wirtschaftswachstum gesungen und gleichzeitig mit dem Hammer der Bilateralen Verträge gedroht.

Es ist nun nicht so, dass plötzlich über 50% der Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ausländerfeindlich geworden sind. Sie haben das schleichende Abhandenkommen der Lebensqualität unseres kleinen Landes durch verstopfte Strassen und Züge, den Druck auf die Löhne (nach unten), auf die Mieten und Preise (nach oben) wahrgenommen und die Konsequenzen daraus gezogen. Mit dem Abstimmungsausgang steht die Politik heute wieder über den "alternativlosen" Sachzwängen von Wirtschaft und internationalen Abkommen.

Ich finde, wir sollten den Entscheid als Chance betrachten, auch für unsere Wirtschaft:
Zum Beispiel müssen (sollen, können) nun mehr Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz ausgebildet werden. Der enge Numerus Clausus im Medizinstudium frustriert viele motivierte Studenten - stattdessen muss dann Fachpersonal aus dem Ausland importiert werden.
Damit die hier Ansässigen bereit sind, wenig qualifizierte Arbeiten auszuführen, braucht es akzeptable Löhne und Arbeitsbedingungen.
Und nicht, dass ich es Süd- und Osteuropäern vergönne, in der Schweiz zu arbeiten. Aber werden diese dynamischen Personen nicht in ihren Ländern gebraucht, damit vor Ort gesunde Wirtschaftsstrukturen entstehen, die Wirtschaftswachstum ermöglichen, ... von dem dann auch die Schweizer Exporte profitieren?

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