Sollen Krankenkassen Abtreibungen weiterhin bezahlen müssen? Ja, damit die bewährte Fristenlösung nicht gefährdet wird!

Ja, Abtreibungen sollen weiterhin von Krankenkassen bezahlt werden. Die Initiative über die Abtreibungsfinanzierung vom 9. Februar 2014 ist abzulehnen. Warum? Eine Schwangerschaft abzubrechen ist eine der schwierigsten Entscheidungen, mit der eine Frau konfrontiert werden kann und wird nicht leichtfertig gefällt. Auf keinen Fall darf sie davon abhängen, ob man sich das leisten kann oder nicht. Mit der Finanzierung über dir Grundversicherung wird wenigstens diese Belastung erspart. Die 2002 eingeführte Fristenlösung hat sich in der Praxis bewährt und gewährleistet, dass ein Schwangerschaftsabbruch in einem rechtlich geordneten Rahmen abläuft; der Abbruch findet innerhalb der ersten 12 Wochen statt, für gute medizinische Betreuung ist gesorgt und die Frauen erhalten Beratung.

Selbstverständlich ist es tragisch, dass trotz guter Aufklärungsarbeit jährlich 11'000 Abtreibungen vorgenommen werden. Diese Zahl ist zu hoch, aber es ist illusorisch zu glauben, Abtreibungen verringern zu können, indem man die Frauen zur Kasse bittet. Und ja, eine Abtreibung ist Privatsache, so wie viele andere Leistungen auch. Sollen wir deshalb alle Leistungen streichen, die nicht unserer eigenen Lebensanschauung entsprechen? Ein Magenband bei Übergewicht, ein Beinbruch bei Extremsport oder eine Krebsbehandlung bei Rauchern? Genauso untauglich ist die Forderung der Zusatzversicherung. Eine ungewollte Schwangerschaft wird nicht geplant und nicht als kostenloses Verhütungsmittel missbraucht. Frauen, die diesen schwerwiegenden Entscheid treffen, sollen nicht stigmatisiert werden, sondern brauchen Unterstützung und unsere Nächstenliebe.

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