Eine subjektive Sicht auf die Weltlage Anregungen zu den Abstimmungen

Die Welt ist momentan in einer Krise. Eine Krise, von der wir denken, dass sie bald wieder vorbei ist. Die Frage die wir uns aber stellen müssen ist, ist sie das wirklich ? Im Moment wird viel diskutiert wie der Weg aussehen soll, die die Schweiz beschreiten wird. Dazu greift man hierzulande vor allem auf wirtschaftliche Rethorik, doch über was diskutieren wir genau ?
Wenn wir in die Vergangenheit blicken, sowie in die Zeitungen (z.B. heute mit Calmy-Rey), dann sehen wir ein klares Bild entstehen. Es geht um die EU, um die Zuwanderung oder wirtschaftliche Interessen, in einer sich stark verändernden Welt. Dabei entstehen Fragen, die man, ohne die weltpolitische Lage zu betrachten, nicht lösen kann. Denn um in einem globalen System funktionieren zu können, muss man die gesamte globale Situation im Auge behalten. Dazu gehört, dass man sie sich gesamthaft anschaut, also analysiert, interpretiert und daraus dann die möglichen Folgen herausliest. Nun hat sich die Schweiz bis Anno steht's solcher Gesamtbetrachtungen entziehen können, da wir uns mit einem Mantel der Neutralität umgeben haben. Natürlich haben wir oft als Schlichter für internationale Probleme fungiert, welche wir uns im vornherein fein säuberlich herauspickten aus dem Gefüge des Ganzen.
Nun sind wir aber gezwungen unsere "heile" Welt zu verlassen und uns mit den Problemen der gesamten Menschheit auseinanderzusetzen, um die für uns wesentlichen Fragen zu beantworten.

Was ist das Konstrukt der EU und für was ist es da ?

Nun Bestrebungen, Europa zu einen, gab es schon viele in der Vergangenheit. Die europäischen Grossmächte herrschten seit der Kolonialzeit über den Grossteil der Erde.( Zu den sich in Europa tummelnden Grossmächten zählte übrigens seit jeher auch Russland.)
Des Europähers grösster Feind, seit den Kolonialzeiten, war steht's der Europäher selbst. Alle bedeutenden vor allem wirtschaftlich interessante Konflikte, standen in Zusammenhang mit einem anderen europäischen Staat. Wenn man den Gedanken weiter zieht, so sind die Amerikaner, welche allesamt aus Europa entsprangen, und somit auch der kalte Krieg da keine Ausnahme.

Die Lösung dieses Problems (bezogen auf vor dem 1. Weltkrieg) sah man darin, Europa zu vereinen. Doch die Grossmächte wurden sich nicht einig, wodurch schlussendlich auch der 1. WK resultierte. Damals dachte man, wie heute, dass es ausgeschlossen wäre, das dem europäischen Volk nur minim Schaden zugefügt werden könnte --> realitätsfremd.
Früher löste man diese Konflikte innerhalb von Europa, indem sich der König, der Kaiser und der Zar usw. sich miteinander verschwägerten. So ist es denn auch kein Wunder, dass auch alle Monarchen Europas früher auf irgend eine Art und Weise miteinander verschwägert waren. Wie der 1. WK zeigte, hat das nicht viel gebracht. Darauf schloss man diverse Abkommen der Wirtschaft, um Europa zu einen. Wirklich gelang es aber erst, als Nauheim dem 2. WK Europa so zerstört und am. Boden war, dass sie gar keine andere Wahl mehr hatten, als sich auf irgend eine Art und Weise gegenseitig zu helfen. Diese Geschichten der Vergangenheit scheinen nun hier irgendwie überflüssig. Jedoch muss man sehen, dass solche über Jahrhunderte andauernden Herrschaften und Einflüsse Europas sich nicht einfach in Luft auflösen. Diese Einflüsse, vor allem der der Kolonien, sind der einzige Grund, weshalb Europa für die USA und auch für Russland nach wie vor noch von Bedeutung waren und somit auch der Grund, weshalb wir heute wieder oben rangieren. Wir sehen also, wirtschaftliche Interessen sind immer gepaart mit kriegerischen Konflikten, so, wie sie auch heute noch jeden Tag vorkommen. Heute haben sich diese Verhältnisse etwas gewandelt. Einen Feind in diesem globalen System zu benennen, wäre fatal. Die einzige Möglichkeit, Terrorismus oder böse Regime.

Nun haben wir einen Blick auf Europa geworfen, doch wie sieht es mit der Welt aus ?

Nun, seit dem Niedergang der UdSSR sind die USA offiziell die dominierende Weltmacht. Doch die wirtschaftliche Stärke neuer Mächte drängt sie zunehmend ins Abseits.
http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/nachdenklichere-toene-einer-weltmacht-1.18233955
De facto sind wir momentan in einem Zustand, indem es keine wirkliche Weltmacht gibt. Doch so wie jedes Atom dieses Planeten sich nach dem Edelgaszustand sehnt, so sehnt sich jeder Mensch nach Vollkommenheit und so wie sich die Menschen nach Vollkommenheit sehnen, sehnen sich Mächte an die Spitze der Weltwirtschaft und somit an die Spitze der Nahrungs- und Konsumkette. Die Frage ist, wer wird diese Spitze in Zukunft anführen bzw. wer wird die Kraft aufbringen können diese zu beanspruchen ?

Dazu kommt die Ressourcenknappheit. Es ist unmöglich, so wie es sich diverse soziale Gebilde immernoch vorstellen, die ganze Menschheit mit genügend Ressourcen einzudecken. Auch ein theoretischer Weltfriede und die damit einhergehende Bevölkerungsexplosion würden da wenig helfen. Daher stellt sich mit der einhergehenden Machtverschiebung auch die Frage, welche Menschen in Zukunft genügend Ressourcen haben werden und welche nicht.

Austragungsorte der bevorstehenden Eskalation sind momentan wirtschaftlich interessante Gebiete, welche es dem "Bewirtschafter" erlauben, eine zunehmendes Ungleichgewicht der Güter zu seinen Gunsten zu Erlangen. Dies schwächt die anderen Staaten wirtschaftlich, gesellschaftlich, schlussendlich aber auch militärisch, sollten die nötigen Finanzen dafür dann fehlen. (Beispiel Europa)
So wird versucht, Länder und deren Wirtschaft an sich zu binden (EU und Russland bei der Ukraine, etc.), Es wärend Kriege um Öl und andere lebenswichtige Ressourcen geführt (EU, USA, China, Russland im mittleren Osten und Afrika), neue Gebiete mit einer Vormachtstellung belegt (China, USA, Russland im Süd- und Nordpol) und so weiter.

Wie hat sich aber nun die Schweiz in diesem System zu verhalten ?
Sollen wir Partei ergreifen und uns der EU anschliessen? Denn ein Anschluss an die EU bedeutet nicht nur, dass wir wirtschaftlich mit dabei sind. Es bedeutet das wir ein Teil von allem sind, wofür die EU steht. Ein Teil von jedem politischen Entscheid den sie fällt. Und ein Teil, von jedem Krieg indem sie schlussendlich involviert sein wird. Ist dies unser Wille ?
Auch wenn wir nicht zur EU gehören, so müssen wir uns trotzdem einigen, inwiefern wir mit der EU interagieren. Wie wird sich den in Zukunft die Personenfreizügigkeit verhalten in Europa ? Wie sinnvoll sind Gesetzesübernahmen ?

Genau dies sind die Fragen, die wir zu beantworten versuchen. Momentan ist die EU noch ein eher schwaches Gebilde. Ich hoffe, zum wohl aller die hier in Europa leben, dass dies sich bald ändern wird. Ich hoffe auf die EU !
Allerdings ist dies für mich kein Grund, die Zukunft der kleinen Schweiz so zu beeinflussen, dass sie sich mit diesen realen Problemen in Zukunft 1:1 auseinandersetzen muss. Frieden mag vieleicht eine Illusion, Gesetze wie das Recht für Tiere nur eine Erscheinung des übermässigen Wohlstandes sein. Doch wenn ich diese Illusion der Schweiz ein paar Jahre länger geben könnte, sollte ich dann nicht alles daran setzten, dies auch zu tun ?
Solange die EU noch schwächer ist, solange die EU noch auf Geld aus kleinen Staaten angewiesen ist, solange haben wir ein Verhandlungsvorteil. Ein Vorteil, mit dem wir versuchen sollten uns soviele Rechte und Privilegien wie möglich zu erkaufen. Privilegien, die die Zukunft der Schweiz massgeblich mitbestimmen werden.
Es gibt viele Gründe und viele Standpunkte die unterstreichen, dass die Schweiz versuchen sollte das Maximum zu riskieren. Dies mag einer davon sein.

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