Die Masseinewanderungsinitiative macht aus Ausländern wieder Gastarbeiter.

Knapp eine Woche vor Abstimmung scheinen Befürworter und Gegner der Masseneinwanderungsinitiative in den Ausnahmezustand zu gehen.
Medien werden mit Artikeln über die Vor- und Nachteile gefüttert, die üblichen Verdächtigen kommen aus dem Winterschlaf heraus um ihre Positionen zu präsentieren und verteidigen.

Anderseits, je näher die Abstimmung, desto egaler wird mir das Ergebnis.
Ich gehe immer noch von einer Ablehnung aus, im Falle einer Annahme wird sich kurz und mittelfristig auch nichts ändern.

Ein Punkt und die möglichen Konsequenzen bei einer worttreuen Auslegung des Initiativtextes machen mir aber immer noch sorgen:

Art. 121a, Abschnitt 2 und 3:

Die Zahl der Bewilligungen für den Aufenthalt von Ausländerinnen und Ausländern in der Schweiz wird durch jährliche Höchstzahlen und Kontingente begrenzt. Die Höchstzahlen gelten für sämtliche Bewilligungen des Ausländerrechts unter Einbezug des Asylwesens. Der Anspruch auf dauerhaften Aufenthalt, auf Familiennachzug und auf Sozialleistungen kann beschränkt werden.

Die jährlichen Höchstzahlen und Kontingente für erwerbstätige Ausländerinnen und Ausländer sind auf die gesamtwirtschaftlichen Interessen der Schweiz unter Berücksichtigung eines Vorranges für Schweizerinnen und Schweizer auszurichten; die Grenzgängerinnen und Grenzgänger sind einzubeziehen. Massgebende Kriterien für die Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen sind insbesondere das Gesuch eines Arbeitgebers, die Integrationsfähigkeit und eine ausreichende, eigenständige Existenzgrundlage.

Parteipräsident Toni Brunner sagt:
„Mit dem Begriff Schweizerinnen und Schweizer sind auch die hier Ansässigen gemeint.“
http://www.20min.ch/schweiz/news/story/19994927

Wieso dann die gegenteilig lautende Formulierung?

Andere Politiker wollen sich dazu nicht äussern, und warten mal das Ergebnis ab.
Kann ich Herr Brunner vertrauen?
Und wenn nicht, was sind die Konsequenzen?

Ich denke mal, der eine oder der andere Ausländer wird sich um seine Einbürgerung kümmern und die Arbeitgeber werden sich mal die Personalakten der Mitarbeiter anschauen und schon anfangen zu planen.
Einige werden überreagieren, und Klagen gegen die Diskriminierung androhen.
Andere werden resignieren und sich Zukunftsaussichten im Heimatland oder sonst wo neu beurteilen.

Es geht hier um weitaus mehr als nur um die PFZ, es geht um 1.9Mio Menschen die von einem Tag auf den Anderen wieder zu einfachen Gastarbeitern gemacht werden.

Damit wäre auch die Frage der Integration beantwortet.
Wer keine sichere Zukunftspläne machen kann, hat auch keinen Grund sich anzupassen, wird sich auf seine Arbeit und das unmittelbare Umfeld begrenzen.

Ist das eigentlich die wahre Absicht der Initianten?

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