Was kostet die Schweiz?

Mit gros­ser Ver­wun­de­rung und Bestürzung nahm ich davon Kennt­nis, dass unser Bun­des­rat Schnei­der-Am­man anlässlich einer Vi­site in Ber­lin den Gast­ge­bern ver­si­cher­te, dass die In­itia­tive „Gegen Masseneinwanderung“ im Sinne des Bun­des­ra­tes aus­ge­hen wer­de. Es ist schon ei­gen­ar­tig, wie ein Bun­des­rat vor dem Ab­stim­mungs­sonn­ta​g sol­che Aus­sa­gen tätigen kann, als ob der Ent­scheid der Wählerinnen und Wähler nicht mehr mass­ge­bend wäre. Auch der Wirt­schafts­ver­band​ eco­no­mie­suisse schürt mit falscher Zah­len­spie­le­rei und frei er­fun­de­nen Kon­se­quen­zen bezüglich der Bi­la­te­ra­len 1 wie schon 1992 vor der EWR-Ab­stim­mung unnötige Ängste in der Bevölkerung. Selbstverständlich sind die wirt­schaft­li­chen Be­zie­hun­gen für beide Sei­ten äusserst wich­tig und wenn auch der Wille von den Reiss­brett­po­li­ti­​kern in Brüssel feh­len soll­te, so wird die Wirt­schaft genügend Druck ma­chen, dass die Verträge nicht unnötig be­las­tet oder gar gekündigt wer­den. EU-­Po­li­ti­ker wie z.B. Vi­viane Re­ding dro­hen zwar mit der Kündigung. Dies vor allem im Wis­sen, dass so­bald Dro­hun­gen aus­ge­stos­sen wer­den, sich di­verse Schwei­zer Po­li­ti­ker im Knie­fall üben und beim ge­rings­ten Ge­gen­wind klein bei ge­ben. Die Schweiz und die EU sind Part­ner, dies un­ter­schei­det sich doch im­mens von der Leib­ei­gen­schaft der EU-Mitgliedsländer gegenüber dem Bürokratenapparat Brüssel, der sich immer mehr über die Souveränität der ein­zel­nen Mitgliedsländer hin­weg­setzt. Die Schweiz und auch die Wirt­schaft brau­chen die Zu­wan­de­rung, zwei­fel­los; aber eine mass­volle und vor allem eine die wir sel­ber steu­ern können. Es kann ja nicht an­ge­hen, dass wir zum Bei­spiel Bau­ar­bei­ter oder Spi­tal­per­so­nal im­por­tie­ren, wel­che wie­derum für den Woh­nungs­bau und die Pflege von Zu­wan­de­rern ar­bei­ten. Die­ses bo­den­lose Fass macht für unser kleines Land kei­nen Sinn und muss ge­stoppt wer­den. Der Be­griff Fachkräftemangel ist für mich schon heute ein Fa­vo­rit auf das Un­wort des Jah­res. Be­trach­tet man die Zu­wan­de­rung nach Be­rufs­grup­pen, so fin­det sich eine pro­zen­tual ver­schwin­dend kleine An­zahl an so­ge­nann­ten Fachkräften, wel­che ein­ge­wan­dert sind und benötigt wer­den. Ver­gleicht man die Zah­len der Stel­len­su­chen­den zum Bei­spiel bei den In­ge­nieu­ren, wie dies Tho­mas Min­der in der Arena eindrücklich auf­ge­zeigt hat, wird er­sicht­lich, dass auch die­ses Ar­gu­ment nicht hält was es ver­spricht. Wachs­tum wird ge­nannt, ja ein mass­vol­les Wachs­tum, wel­ches auch der Schwei­zer Bevölkerung einen Mehr­nut­zen und nicht nur Nach­teile bringt. Das BIP wächst durch die Zu­wan­de­rung in der Schweiz; der Ku­chen wird ef­fek­tiv grösser. Dum­mer­weise wer­den die Stücke aber auch auf immer mehr Men­schen ver­teilt und das Stück wird und wird ein­fach nicht grösser. Wer pro­fi­tiert? In­ter­na­tio­nale Kon­zer­ne, Grossaktionäre und die zu­ge­wan­der­ten Per­so­nen selbst. Die ne­ga­ti­ven Fol­gen aber sind seit der Personenfreizügigkeit​ 2002 für je­der­mann spürbar: Ver­stopfte Stras­sen, überfüllte Züge, zu­be­to­nierte Land­schaft, stei­gende Mie­ten wie Bo­den­preise und ein mas­si­ver Lohn­druck auf dem Ar­beits­markt. Was lei­der nicht alle be­grei­fen wol­len ist der Um­stand, dass die Schweiz nicht gleich­zei­tig Ein­wan­de­rungs­land​ und So­zi­al­staat sein kann. Das hat welt­weit noch nir­gends funk­tio­niert und wird es auf lange Sicht auch bei uns nicht. Aber der ganze Zah­len­sa­lat der ver­brei­tet wird, kann eines nicht; die ge­lebte Realität und die ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen aus­blen­den.

Sagen wir Ja zur massvollen Einwanderung und Ja zu mehr Lebensqualität.

http​://bazonline.ch/schwe​iz/standard/Wir-wolle​n-Einwanderung-beschr​aenken--Das-ist-Planw​irtschaft/story/11144​993

http://www.nzz.c​h/aktuell/schweiz/kei​ne-rosinen-fuer-die-s​chweiz-1.18224659

ht​tp://bazonline.ch/sch​weiz/Bundesrat-kaempf​t-mit-fragwuerdigen-Z​ahlen-gegen-SVPInitia​tive/story/15778486

http://www.20min​.ch/schweiz/news/stor​y/12361480

http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/schneider-ammann-wirbt-in-berlin-1.18223041

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