Beim Verkehr jammern wir auf hohem Niveau

Man braucht nur "Parkplatz" zu sagen. Oder "Temporeduktion". Und schon werden die Köpfe heiss und die Stimmen lauter. Von Uster ruft jemand in die Tele-Züri-Sendung an und findet es skandalös, dass bei der Sihlpost für einen Fuss- und Veloweg tatsächlich (einige wenige) Parkplätze aufgehoben werden. Wenn ich dagegen auf unseren Stadt-Plätzen Wahlkampf mache und wissen will, wo der Schuh drückt, höre ich immer wieder, es gebe zu wenig Velowege, das Trottoir sei zu wenig breit, der Verkehr zu laut. Wenig andere Polit-Themen erhitzen die Gemüter so stark wie das Thema Verkehr. Doch seien wir ehrlich, auch hier jammern wir auf recht hohem Niveau.

Das heisst, es gibt durchaus noch einiges zu verbessern. Dies geht aber pragmatisch, sachlich und unspektakulär am besten. Es ist ein Balance-Akt, als Exekutivpolitikerin dazu beizutragen, dass der knappe Strassenraum intelligent zwischen Auto, ÖV, Velo, FussgängerInnen, AnwohnerInnen und Gewerbe aufgeteilt wird, dass Verkehr nützt statt schadet, dass die Menschen im Kanton die Stadt als ihre Hauptstadt anschauen, von deren Wohlergehen alle etwas haben. Gerade weil die Stadt Zürich ein Wirtschaftsstandort und gleichzeitig eine attraktive Freizeitdestination ist, ist der öffentliche Verkehr in den letzten Jahrzehnten mit Millionenbeiträgen ausgebaut worden, so dass die meisten Menschen bestens ohne Auto zu uns kommen können.

Als Gesundheits- und Umweltvorsteherin bin ich insofern direkt in Verkehrsfragen involviert, als es die Aufgabe meines Departements ist, für die Umsetzung der eidgenössischen Lärmschutzverordnung zu sorgen. Die Aussagen des Bundes sind klar: Die günstigste und wirksamste Massnahme setzt an der Quelle an. Sie besteht in Temporeduktionen. Schritt um Schritt arbeiten wir uns dabei vor, führen Bewährtes weiter (Ausschreibung einer Reihe von Temporeduktionen), probieren Neues aus (Pilotstrecken Tempo 30 nachts) und kombinieren so, dass der öffentliche Verkehr flüssig fahren kann. Damit sorgen wir für mehr Gesundheit und weniger Lärm für die Stadtbevölkerung.

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