Faktencheck der „Nordwestschweiz“ zur Masseneinwanderungsinitiative könnte objektiver sein!

Danke für den Faktencheck (http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/fakten-oder-finten-der-zuwanderungs-diskurs-unter-die-lupe-genommen-127574565). Einige Präzisierungen sind aber nötig:

Zu 3. und 4.:
Selbstverständlich müssen Restriktionen gegenüber heute erlassen werden, sonst kann man es beim heutigen System belassen. Andere Staaten beweisen, dass ein Punktesystem bei der Kontingentierung praktikabel ist und halt nicht allen Unternehmen alle Personalwünsche erfüllt werden können. Dieses Punktesystem wird politisch auszudiskutieren sein,

Zu 5.:
Eine reale BIP/Kopf-Steigerung sagt noch nichts über die Verteilung dieses Wohlstandsgewinns aus. Ich behaupte, dass hauptsächlich die Unternehmen und deren Kader profitiert haben.

Zu 7.
Das Pendlerverkehrsaufkommen wächst zu einem grossen Teil wegen der gestiegenen Immobilienpreise in den Grossagglomerationen. Die Bevölkerung wird an die Peripherie verdrängt, nicht zuletzt wegen der hohen Zuwanderung. Dadurch werden weitere Pendlerwege verursacht.
Die Nettozuwanderung von Ausländerinnen und Ausländern betrug von 2001-2012 684'918 Personen. Das war für 2012 immerhin ein Bevölkerungsanteil von 8.5%. Auch dieser Neuzugang trug wesentlich zur Mobilitätssteigerung bei.

Zu 8. und 9.:
Die mittlere Wohnungsbelegung durch die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz betrug im Zeitraum 2001-2012 (Personenfreizügigkeit in Kraft) durchschnittlich 1,9657 Personen. Die Nettozuwanderung an Ausländerinnen und Ausländern betrug im selben Zeitraum 684'918 Personen. Wenn wir davon ausgehen, dass die Zuwandernden oft werktätige Einzelpersonen sind und ihre Wohnungsbelegungsquote im Durchschnitt höchstens 1,7 Personen beträgt, so gehen von den 2001-2012 erstellten 572'100 Neubauwohnungen 402'893 Wohnungen auf das Konto der Ausländer-Nettozuwanderung. Das sind 70% der Neubauwohnungen.
Kein Wunder, dass die Siedlungsfläche in der Schweiz ständig zunimmt. Neben den wachsenden Wohnflächen sind auch noch die wachsenden Arbeitsflächen durch die Zunahme der Arbeitsplätze und die wachsenden Verkehrsflächen durch neue Strassen- und Eisenbahnbauten in Rechnung zu stellen.
Dass die Mieten in den bevorzugten Zuwanderungsregionen entsprechend steigen, kann nicht verwundern.

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