FABI ist nicht fabelhaft

FABI ist eine Mogelpackung sondergleichen. Im Artikel Nein zu FABI (Finanzierung und den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur) sind die wichtigsten Punkte bereits zusammengefasst:

  • Zweckentfremdung der Strassengelder
  • Steuererhöhung auch durch den kastrierten Pendlerabzug
  • Inanspruchnahme der Mehrwertsteuer zur Mitfinanzierung: Alle zahlen für wenige
  • Masslose Fehlinvestition.

Der ganze Aufwand für eine sehr kleine Minderheit ist gewaltig. Gemäss BFS betragen die Marktanteile nach Verkehrsleistung wie folgt aufgelistet:

15,66% Schiene

3,44% ÖV auf der Strasse

74,62% motorisierter Individualverkehr auf der Strasse

6,29% Langsamverkehr auf der Strasse

10 Milliarden Franken Defizit bei der Bahn trotz Quersubventionierung

Die wenigsten wissen aber, dass das dicke Ende noch gar nie richtig ausformuliert wurde.

Folgekosten FABI
Neue Infrastruktur muss ebenso unterhalten werden.

Jeder Ausbau der Infrastruktur bringt Folgekosten mit sich. Diese Kosten werden ebenfalls über den Bahninfrastrukturfonds BIF gedeckt und sind vollumfänglich in den Prognosen berücksichtigt. Die rechtzeitige Berücksichtigung der Infrastruktur-Folgekosten und deren Finanzierung durch den BIF sind wichtige Elemente der FABI-Vorlage.

Heisst es da lapidar

Experten sprechen hier aber von geschätzten 2 Milliarden Franken im Jahr, und seit der NEAT Kostenexplosion kennen wir die Wertigkeit der Prognosen für die Bahnkosten...

Die neuen Doppelstockwagen, welche von Bombardier auf Ende 2013 versprochen wurden, werden nun erst im 2015 geliefert. Wahrscheinlich. Nun denn, doppelt so viele Reisende werden aber die Bahnhöfe zusätzlich belasten. Man stelle sich den Bahnhof Bern abends um 18:00 Uhr vor, wenn doppelt so viele Menschen gleichzeitig auf die Bahnsteige drängeln. Bisher unbekannte Investitionen für den Fluss der Reisenden werden unumgänglich, besonders wenn die ersten Leute auf die Gleise purzeln.

Güterverkehr zurück auf die Strasse
Der Personenverkehr geniesst auf dem Schienennetz Priorität. Leider hat man bei den Infrastrukturplänen vom FABI vergessen auch den Güterverkehr zu berücksichtigen. Zwar schreiben die FABI Befürworter etwas von “ Kapazitätsverbesserungen für den Schienengüterverkehr“. Doch diese sogenannten Verbesserungen beinhalten lediglich Überholgleise, welche ausschliesslich in Richtung Chur sowie Genf geschaffen werden. Hinzu kommt ein Ausbau des Knotenpunktes bei Pratteln. Fertig.

Da nun beim priorisierten Personenverkehr eine Takterhöhung geplant ist, werden sich die Fahrzeiten des Güterverkehrs deutlich erhöhen. Und was langsamer vorwärts kommt, nimmt eben auch Kapazität. Im Rahmen des harten Wettbewerbs und des Zeitdrucks werden sich die international spedierenden Unternehmer wohl überlegen, ob bei diesem Schneckentempo nicht doch wieder der Lastwagen fahren soll. Ausserdem sind die Kapazitäten für Güter auf der Schiene sowieso schon lange ausgebucht. Der Kombiverkehrsunternehmer Giezendanner hat erst neulich seine Besorgnis dazu zum Ausdruck gebracht. Zwar sollen gemäss BAV „Systemtrassen“ für den Güterverkehr erstellt werden. Doch diese sind den 6.4 Milliarden Franken für FABI gar nicht enthalten. Fachleute bezeichnen das so:

FABI ist somit für den Güterverkehr wie viel Schaum und kein Bier im Glas. Wer also für eine Stärkung des Güterverkehrs auf der Schiene ist, muss jetzt Nein sagen zu dieser FABI-Vorlage, damit eine neue und bessere Vorlage für alle Bahnbenutzer kommt.

Vier Meter Korridor für die Katz
Die Nachauskratzung der NEAT Linie auf den 4 Meter Korridor soll durch den grosszügig dotierten FABI-Fonds bezahlt werden. Leider geht die technische Entwicklung schneller voran als unsere Bahnfreunde in Bern arbeiten. In gewissen europäischen Ländern wird gerade das Ladeprofil G2 eingeführt:

Auf dem Schienennetz ist ein Höhenunterschied von 50mm zu beachten. Fahrzeuge dürfen 50mm weniger hoch sein als der entsprechende Punkt der Bezugslinie. Somit beträgt die obere Horizontale bei der Bezugslinie des so genannten Profils G2 (Jumbo - Güterwagen) 4700mm. Dies erlaubt Fahrzeughöhen bis 4650mm. Jumbo - Güterwagen nutzen das so genannte Ladeprofil G2 vollständig aus und zwar bei der Gesamthöhe, als auch bei der Höhe, wo die volle Wagenbreite genutzt werden kann.

So die Fachleute

Das Streckennetz wird gerade in England, Norwegen, Belgien, Frankreich, Italien, Spanien und Portugal auf das neue Ladeprofil G2 angepasst, und ermöglicht mehr Transportkapazität zu einem tieferen Preis. Die Schweizer Bahnfreunde finden im Moment den 4 Meter Korridor den Hit, und werden sich wundern, wenn sie dereinst in Europa das Bahn-Nadelöhr darstellen. Und das bedeutet für uns mehr Lastwagen auf der Strasse.

Fazit: FABI ist ein Grümpelturnier einiger Politiker in Bern, welche vor allem mehr aus ideellen Gründen als mit Fachkompetenz den Bundesratsvorschlag von 3 auf 6.4 Milliarden Franken aufgebläht haben. Sie verrechnen diesen Preis zusammen mit den teuren, aber bisher nicht offiziell kommunizierten Folgekosten der gesamten Bevölkerung, und darüber hinaus der nachfolgenden Generation, ohne wirklich Mehrwerte zu schaffen.

Da gibt es nur eine Lösung:
NEIN zu FABI und JA zur Masseneinwanderungsinitiative

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