Initiative zur Abtreibungsfinanzierung birgt Risiken

Die Initiative, welche die Abtreibungsfinanzierung zur Privatsache machen will, gefährdet den Solidaritätsgedanken im Krankenversicherungssystem. Eine Diskussion zur Fristenlösung steht heute nicht an. Zu befürchtende Schwangerschaftsabbrüche in Hinterzimmern bergen Risiken und sind deshalb auch aus ethischen Gründen nicht tolerierbar.

Die eingereichte Initiative, die in der Bundesverfassung in Artikel 117 zur Kranken- und Unfallversicherung die Streichung der Schwangerschaftsabbrüche aus dem Obligatorium fordert, beinhaltet verschiedene Unklarheiten. Die Argumente der Befürworter der Initiative sind sehr fragwürdig. So ist die angestrebte Entlastung der obligatorischen Krankenversicherung – wenn überhaupt – nur marginal, da Abtreibungen in der Schweiz mit ihren weltweit vergleichsweise sehr tiefen Zahlen künftig vermehrt im illegalen Gesundheitsbereich stattfinden würden. Diesen medizinischen Risiken gilt es grosse Beachtung zu schenken, da ihre Folgewirkungen zweifelsohne wieder von der breiten Gesellschaft zu tragen sind.

Als zynisch zu betrachten, ist der erwähnte Ansatz der Finanzierung von Abtreibungen über Zusatzversicherungen. Einen solchen bedeutenden Schritt in der Lebensplanung frühzeitig abzusichern, ist ein Unding.

Die ablehnende Haltung soll den Angriff auf das Solidaritätsprinzip in der Krankenversicherung stoppen. Opfer wären mittellose Frauen, was doch klar einer falschen Wahlfreiheit entspräche. Eine Beteiligung an der Schein-Diskussion über die vor 20 Jahren mit einem extrem hohen Volksmehr abgesegnete Fristenlösung macht zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn. Würde, Leben und Gesundheit der Betroffenen dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden. Das sind ganz klar ethische Grundsätze, die hoch zu halten sind.

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