!NEIN! zur Verschärfung des Hooligankonkordats im Kanton Bern!

Ich bitte Dich die Argumente des Referendumkomitees sorgfältig durchzulesen, bevor du das Konkordat evt. einfach so durchwinkst. Ich befürworte Ausschreitungen keineswegs und bin auch absolut dafür, dass Chaoten zur Rechenschaft gezogen werden. Das Konkordat oder die geplante Verschärfung gaukelt den Bernern mehr Sicherheit vor, doch wird sich so kaum etwas ändern. (Sogar die Befürworter argumentieren für ein Ja mit der Aussage, dass Selbst in die Fans nichts zu befürchten hätten, da sich sowiso nicht viel ändern wird.) In Basel Stadt kam man zum Schluss, dass die Verschärfung des Konkordats die Probleme, welche man in Basel mit Hooligans hat, nicht löst. Desweiteren werden von den Befürwortern Argumente im Abstimmungsheft genannt, welche sich gar nicht auf den Kanton Bern beziehen. (Ausgenommen der Cupfinal in Bern) Aber es kann doch nicht sein, dass hier mit einem Spielabbruch zwischen dem FC Zürich und GC Zürich im Letzigrund Zürich argumentiert wird (ohne dieses Ereignis auch nur annähernd legitimieren zu wollen).
Desweiteren sind den Verbänden meist auch die Hände gebunden, was Spielansetzungen betrifft (da zB noch die FIFA oder die UEFA Vorgaben hat). Folglich müssten Spiele wohl um Monate verschoben werden um einen Konsens mit allen Beteiligten zu finden - Dies hätte zur Folge, dass der Wettbewerb um die Meisterschaft massiv verzerrt würde. Falls Sie Sportanlässe gar nicht oder nur gelegentlich verfolgen, wird Ihnen dies wohl egal sein. Aber tausenden friedlichen Fans ist es nicht egal. Und ich spreche hier nicht von den Chaoten sondern von denen, die sich einfach nur freuen, am Wochenende ihr Team im Stadion zu unterstützen. Über die einzelnen Auflagen, welche gemäss der Verschärfung neu als Bedingung für die Bewilligung gestellt werden können, werde ich nun nicht mehr ausführlich eingehen. Das aus meiner Sicht nicht umsetzbare Kombi-Ticket (Ein Fan soll verpflichtet werden können, mit dem Extrazug an ein Auswärtsspiel zu reisen - Was, wenn ein SCB Fan in Davos nach Bern reisen müsste, um mit dem Extrazug an das Spiel in Davos zu reisen?) ist ein Beispiel dafür, wie die Umsetzung der einzelnen Punkte teilweise kaum möglich wäre.

Desweiteren hört man von den Befürwortern, dass bezügl. der Auflagen immer die Verhältnismässigkeit angeschaut wird und die zuständigen Behörden werden mit "Augenmass" vorgehen. Das Beispiel eines Testspiels zwischen dem FC Zürich und dem FC Biel zeigt auf, dass keineswegs nur mit Augenmass vorgegangen wird. Das Testspiel sollte auf einem freizugänglichen Fussballplatz stattfinden, da gemäss Aussagen des FCZ nur etwa 200 Fans erwartet wurden. Die Behörden machten dem FCZ jedoch Auflagen, die jeglicher Verhältnismässigkeit wiedersprechen. Das Testspiel sollte zuerst in den Kanton Aargau verlegt werden, jedoch wurde auch dort ähnliche Auflagen gemacht, so dass sich der FCZ gezwungen sah, dass Spiel abzusagen.

Mir ist durchaus bewusst, dass die Annahme der Konkordatsverschärfung reine Formsache sein wird, da die Meisten wohl nur Stichworte, wie "Gewalt reduzieren" und "Sicherheit an Sportanlässen erhöhen und gewährleisten" hören bzw lesen. Ob dies dann wirklich auch wie erwünscht eintrifft, ist mehr als fraglich.

JA zum Dialog zwischen Clubs, Fanarbeit und Behörden! - NEIN! zu Bürokratie und zu Vorschriften, welche die Allgemeinheit in ihrer Freiheit einschränken und das wirkliche Problem (Ausschreitungen, Vandalismus, Pyrotechnika) nicht lösen!

NEIN zur Verschärfung des Hooligankonkordats im Kanton Bern!

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