NEIN oder doch JA zu FABI? Zwei Perspektiven aus integraler Sicht.

Was der Bundesbeschluss will: Angesichts des weiterwachsenden Verkehrs wollen Bundesrat und Parlament den Betrieb des Bahnnetzes sichern, dessen Substanz erhalten und die Kapazitäten der steigenden Nachfrage anpassen. Zur Finanzierung dieser Aufga- ben soll jährlich eine weitere Milliarde Franken zu den bereits heute in einen Fonds flies- senden 4 Milliarden Franken hinzukommen.
Das integrale Zukunftsbild: In einer integralen Gesellschaft ist die Ökonomie am Allgemeinwohl orientiert. Sie dient der Befriedigung der menschlichen Grundbedürf- nisse. Sie arbeitet in einem globalen Informationsfeld und ist sozial, regional und nach- haltig.

Die Perspektive der Gruppe Pol. Ausschuss: Für die IP Schweiz steht dieser Bun- desbeschuss FABI ganz im Dienste einer stetig wachsenden Wirtschaft. Der Glaube an die Sinnhaftigkeit einer solchen Ökonomie wird stillschweigend vorausgesetzt.

Abstimmungsempfehlung: Nein

Begründung: FABI geht von der Voraussetzung einer unbeschränkten Wachstumsöko- nomie aus. FABI ist ein pseudo-ökologisches Angebot, das durch die Tatsache gestützt wird, dass der öffentliche Verkehr umweltverträglicher ist als der Privatverkehr. FABI verheimlicht die Tatsache, dass ein ins Masslose wachsender ÖV unserer Mitwelt genauso schadet wie alles masslos Wachsende. Zudem dient FABI in erster Linie dem Ausbau der Verbindungen von städtischen Zentren und nicht den Regionen. FABI lässt auch kein Glaube an eine visionäre technologische Verkehrsentwicklung durchscheinen. FABI ist kein Beitrag, den ökologischen Fussabdruck pro Bewohner der Schweiz zu reduzieren, im Gegenteil.

Vorschlag der Gruppe Pol. Ausschuss: Die bereits heute verfügbaren vier Milliarden Franken Fondsgelder sollen nicht aufgestockt werden. Sie sind für einen sorgfältigen Unterhalt der Bahnen und zum Ausbau der Verbindungen in die Regionen einzusetzen.

Andere Perspektive aus dem Vorstand: Wenn wir unsere Transformation zu einer Gesellschaft, welche die Mitwelt mehr respektiert, annehmen und vorausgesetzt, dass sich die erneuerbaren Energien wie vorgesehen entwickeln, geht es hier um nachhaltigere Transportsysteme. Die Beschränkung des Steuerabzugs für Pendler, welcher mit einem Ja zur Initiative auch in mehreren Kantonen eingeführt wird, fördert den Um- stieg auf den ÖV und führt mittelfristig zu weniger Mobilität, was im Sinne der integra- len Vision ist und deshalb ist die Abstimmungsempfehlung: Ja

7 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.