Eine gleichberechtigte Partnerschaft ist möglich

Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein wichtiges Thema. Die öffentliche Hand kann eine gewisse Hilfestellung bieten. Den entscheidenden Teil müssen aber die Direktbeteiligten, also die Eltern und die ArbeitgeberInnen, möglich machen.

Der Anteil der Kinder, die ausserhäuslich betreut werden, ist in den letzten Jahren markant angestiegen, und das wird in den nächsten fünf Jahren wohl auch die zentrale Herausforderung für die Stadt Zürich sein. Einerseits soll sie eine grosse Menge an Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen – ganz einfach, weil die Gesellschaft das wünscht; andererseits diese Betreuung aber auch qualitativ so gut ausgestalten, dass es den Kindern wohl ist. Für mich ist dies die alles entscheidende Frage.

Trotz aller Hilfestellung: Letztlich geht es vielmehr darum, ob sich in einer Partnerschaft beide gleichberechtigt an der Familienarbeit beteiligen wollen. Dazu gibt es keine allgemeingültigen Rezepte.

Meiner Frau und mir war eine gleichberechtigte Partnerschaft immer wichtig. Wir haben beide immer gearbeitet, dabei aber auch unsere Kinder begleitet und das in den letzten 27 Jahren je etwa zur Hälfte. Es war eine nicht immer einfache, aber sehr bereichernde Zeit, die ich nicht missen möchte. Natürlich haben wir beide unsere Karriereabsichten zurückgenommen. Denn Kinderhaben bedeutet sehr oft, sich zurücknehmen, zuschauen, begleiten und ganz banale Alltagsdinge erledigen: Windeln wechseln, die Kinder auf den Spielplatz begleiten, putzen, einkaufen, Zuhause sein, wenn die Kinder von der Schule kommen.

Ebenso sind aber auch die ArbeitgeberInnen gefordert. Teilzeitstellen, Verständnis für die Situation von Eltern und eine gewisse Flexibilität machen gleichberechtigte Partnerschaften erst möglich. Die Eltern, die davon profitieren, werden es mit grosser Loyalität, effizienter Arbeit (das lernt man nämlich im Spagat zwischen Beruf und Familie sehr gut) und langjähriger Treue danken.

Deshalb möchte ich alle ermuntern, sich gleichberechtigt an der Familie zu beteiligen und für sich den richtigen Weg zu finden. Es lohnt sich.

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