Glücklich, wer auf dem Zürcher Wohnungsmarkt ein "Insider" ist. Warum die neue Bau- und Zonenordnung zu noch höheren Mieten in der Stadt Zürich führen wird.

Randnotiz zum Entwurf des Zürcher Stadtrats für eine neue Bau- und Zonenordnung (BZO) in der NZZ vom 25.10.2013: Diese sei geprägt von einem „Geist des Bewahrens,“ schreibt die renommierte Immobilienberatung Wüest und Partner; sie erschaffe „ein neues 'Ballenberg', das nur Platz für Genossenschafter und Grossverdiener bietet, nicht aber für mittelständische Familien, die ihre Wohnungen auf dem zusätzlich verkleinerten freien Markt suchen müssen“.

Es ist offensichtlich: es gibt auf dem Zürcher Wohnungsmarkt ein „Insider-Outsider“-Problem.

Insider sind erstens die wirklich Reichen, die es sich immer werden leisten können, in Zürich zu wohnen; zweitens sind es diejenigen Mieterinnen und Mieter, die so glücklich (oder im rot-grünen Filz bestens vernetzt) sind, eine günstige (subventionierte) Wohnung zu ergattern und sie natürlich nie mehr hergeben (auch wenn ihre Einkommen stark ändern).

Diesen Zustand will der Stadtrat nun weiter zementieren; als „Zückerchen“ sollen dafür einige Leute mehr in den Genuss von verbilligten Wohnungen kommen.

Fakt ist aber: es wird immer eine Minderheit bleiben. Immer. Fakt ist deshalb auch, dass die Outsider, d.h. diejenige mittelständische Mehrheit, die ihre Wohnung auf dem Markt sucht (und das übrigens auch normal findet), durch die weitere Verknappung des Wohnraums noch mehr bezahlen wird.

Diese Politik ist grundfalsch. Es braucht deshalb im Hinblick auf die Beratung der BZO dringend neue Mehrheiten im Zürcher Gemeinderat.

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