Fracking am deutschen Bodenseeufer - Automatische Verlängerung der Lizenzen für Probebohrungen

Das Freiburger Landesbergbauamt und das Stuttgarter Umweltministeriums haben in der Umgebung von Pfullendorf, Biberach und Konstanz für 2 weitere Jahre Lizenzen für Probebohrungen vergeben. Es handelt sich dabei um Testbohrungen um den Untergrund auf Erdgasvorkommen zu untersuchen. Sollten die lizenzierten Unternehmen fündig werden, ist geplant die brennbaren Gase mittels Fracking aus dem Untergrund zu fördern.
Bei Fracking werden die Gesteinsschichten, in denen das Gas eingeschlossen ist unter Druck aufgesprengt um das Gas freizusetzen. Dabei werden in grossen Mengen Flüssigkeiten verwendet, deren Zusammensetzung teilweise unbekannt und Betriebsgeheimnis sind.
Da die Bohrungen in unmittelbarer Nähe des Bodensees stattfinden, ist nicht auszuschliessen, dass der Trinkwasserspeicher von rund 5 Mio. Menschen in Gefahr ist. Dies betrifft natürlich nicht nur unsere Nachbarn in Deutschland und Österreich sondern natürlich auch uns in der Schweiz.
Die Lizenzen für die Bohrungen wurden an die Firma Parkyn Energy mit Sitz in Irland vergeben. Dabei handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der Firma 3Legs Ressources. Eine Briefkastenfirma mit Sitz auf der britischen Kanalinsel Isle of Man.
Die Landesregierung Baden-Württemberg ist zwar gegen ein Fracking am Bodensee, was umso mehr erstaunt, dass sie die Lizenzen für Probebohrungen um 2 weitere Jahre automatisch verlängert hat
Nebst den möglichen Folgen einer Trinkwasserverseuchung ist somit auch die Frage der Verantwortung und Haftung der Betreiberfirma in Frage gestellt. Besitzt diese doch keinerlei Bezug zur Region und dürfte die wirtschaftlichen Interessen über die Gesundheit der Anwohner stellen. Dies zeigt sich auch deutlich in der Möglichkeit, dass es den Firmen erlaubt ist, ihre Bohrlizenzen weiterzuverkaufen.
Ich erwarte hier von den betroffenen Gemeinden, Kantonen und Umweltverbänden eine klare Stellungnahme und eine Insistierung bei der Landesregierung Baden-Württemberg, die für die Lizenzvergabe verantwortlich ist. Auch der Bund muss hier Stellung beziehen und darf nicht wie in einer einfach gestellten Anfrage von NR Lukas Reimann die Verantwortung auf die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee ((IGKB) schieben.

Quellen:
http://www.kontextwochenzeitung.de/pulsschlag/143/geschenk-fuer-fracker-1932.html
http://pfullendorf.bund.net/themen_und_projekte/fracking/lgrb_vergibt_konzessionen/
http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20125466
http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/ueberregional/baden-wuerttemberg_artikel,-Wasserversorger-und-Umweltschuetzer-sind-enttaeuscht-_arid,240619.html

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Kommentar von Thomas Steffen:

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