Die Stadt Zürich ist auf dem richtigen Weg – es bleibt aber noch viel zu tun

Von den Herausforderungen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bin ich zurzeit stärker betroffen als von anderen Politikbereichen – schliesslich haben meine Frau und ich einen eineinhalbjährigen Sohn, und wir sind beide berufstätig. Wenn ich unsere eigene Organisation der Kinderbetreuung, aber auch diejenige in meinem Freundeskreis anschaue, so gibt es sehr verschiedene Modelle. Kaum ein Paar setzt nur auf die eigene oder nur auf die fremde Betreuung – meist kommt ein Mix zum Einsatz. Die Vielfalt zeigt: Es gibt nicht das eine richtige Modell, zu unterschiedlich sind die Bedürfnisse. Welch ein Fortschritt gegenüber den Möglichkeiten der Generation meiner Eltern! Damals konnten beide Elternteile meist nur zwischen 100 % Arbeit und 100 % Kinderbetreuung entscheiden. Die Wahlfreiheit der Eltern von heute ist ein enormer Gewinn.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt aber nicht nur einen Zuwachs an persönlicher Freiheit dar. Auch für die Gesellschaft ist dies ein Gewinn: Die Flexibilität gibt mehr Paaren die Möglichkeit, den eigenen Unterhalt auch bei tiefen Einkommen selber zu verdienen. Zudem profitieren wir alle davon, wenn teuer ausgebildete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Ausbildung trotz Familie im Beruf einsetzen können.

Die Stadt Zürich hat in den letzten Jahren sehr viel zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie beigetragen. Zentral ist der Ausbau der familienexternen Kinderbetreuung. Innert weniger Jahre hat sich die Zahl der Krippenplätze in der Stadt praktisch verdoppelt. Dabei wurden einerseits städtische Krippen ausgebaut, aber auch die Bedingungen für private Krippen wurden verbessert.

Die Zahl der Krippenplätze ist aber nur der eine Faktor für eine verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ebenso wichtig sind genügend Teilzeitstellen. Je nach Beruf und Position sind die entsprechenden Möglichkeiten heute noch zu klein.

Was kann die Stadt Zürich in den nächsten Jahren machen?

Wir müssen das Krippen-Angebot weiter ausbauen. Es gibt Quartiere, die noch einen grossen Nachholbedarf haben. Zudem müssen die Öffnungszeiten der Krippen weiter flexibilisiert werden.

Bei der Bereitstellung von genügend Teilzeitstellen kann die Stadt Zürich leider nur auf die eigenen Arbeitsplätze direkten Einfluss nehmen. Diese Möglichkeiten muss sie aber ausschöpfen – für die eigenen Angestellten, aber auch als Vorbild für die Wirtschaft.

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