Spannungsfeld Beruf und Familie

„Ich würde ja gern, aber in meiner Position geht das nicht.“ Noch immer hören wir diesen Satz viel zu oft, wenn vor allem Männer begründen, weshalb sie eigentlich gerne Teilzeit arbeiten würden, dies aber trotzdem nicht tun. Und ja: Leider hört man ihn im Gesundheitswesen besonders oft.

Ich bin überzeugt: Teilzeitstellen, gerade in Kaderfunktionen, sind ein zentraler Schlüssel zur Gleichstellung der Geschlechter. Denn die Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten, ist entscheidend, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Damit sich weder sie noch er zwischen Familie und Karriere entscheiden muss. Eine Arbeitswelt aber, die das von mindestens einem Elternteil verlangt, kommt nicht nur gesellschaftspolitisch, sondern auch volkswirtschaftlich zu unerwünschten Resultaten. Oder ist es etwa vernünftig, so viele hervorragend ausgebildete und qualifizierte Frauen und auch einige Männer davon abzuhalten, ihre Fähigkeiten dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen?

Gerade im Gesundheitswesen, etwa im Pflegedienst mit seinen unregelmässigen Arbeitszeiten oder bei Ärztinnen und Ärzten ist das nicht einfach. Umso mehr freue ich mich, dass das Beispiel der Chefärztin der Frauenklinik am Stadtspital Triemli zeigt, dass Teilzeit auch in einer solchen Position ohne Probleme funktioniert. Was es dazu nebst allem, was die Teilzeitarbeitenden mitbringen, auch noch braucht, ist die Überzeugung der Vorgesetzten, dass Teilzeitarbeit auch und gerade in Positionen mit grosser Verantwortung aktiv gefördert werden muss.

Auf mich können Sie sich in dieser Frage verlassen. Weil ich weiss, wie wichtig Teilzeitstellen auch in Kaderpositionen für die Gleichstellung der Geschlechter sind. Und weil ich weiss, dass Teilzeitarbeit längst nicht nur für Eltern, sondern auch für Menschen, die nebenberuflich z.B. pflegebedürftige Angehörige betreuen oder sich sonst gesellschaftlich engagieren, die dafür nötige Voraussetzung ist.

Einfach ist das nicht. Aber seien wir ehrlich: Wer geht schon der einfachen Aufgaben wegen in die Politik?

2 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.