Was entscheidet „Geldsack oder Heuchelei“ ? Ein Kommentar des Chefredakteurs im Vorfeld zur Initiative „Abtreibung ist Privatsache“

Die Frage ob der Prämienzahler auch in Zukunft die Abtreibungen mitfinanzieren muss oder nicht ist die Frage die am 9. Februar vom Schweizer Stimmvolk auch beantwortet werden muss.

Heute gängige Praxis ist, dass die Abtreibungen im Grundkatalog der Krankenkassen sind und somit von allen Prämienzahler mitfinanziert werden müssen.

Neu soll diese Leistung mit einer Zusatzversicherung und somit zur Privatsache werden. Soweit die nüchterne Praxis.

Dies zu entscheiden ist nicht so einfach wie es auf den ersten Blick aussieht.

  1. Leider ist auch diese Initiative nicht zu Ende gedacht.
  2. Braucht es bekanntlich immer zwei um Schwanger zu werden, dies haben die Initianten offensichtlich übersehen.
  3. Ist es nicht nur eine Frage der Solidarität sondern auch eine Frage des eigenen Geldsackes.
  4. Und last not least ist es auch eine Frage der Ethik und Moral (Doppelmoral).

Aus Solidaritätsgründen müsste man nein sagen, doch soll ja muss man in diesem Zusammenhang auch die Frage stellen; soll die Allgemeinheit heute noch in dieser vermeintlich aufgeklärten Gesellschaft die Lasten (Vergnügen zweier Personen) einzelner Personen mittragen?

Was ist mit jenen die Vergewaltigt wurden? Trägt die Gesellschaft eine Mitschuld und soll deswegen auch solidarisch haften in diesem Bereich?

Aus ethischen Gründen stellt sich diese Frage gar nicht, da aus dieser Sicht Abtreibung Mord ist.

Bei der Moral wird es schon schwieriger. Bei vielen Stimmbürger wird bei der Stimmabgabe die Moral hinter den eigenen Geldsack gestellt.

Die Moral respektive die Doppelmoral zeigen sich im Vorfeld in den Diskussionen und Gesprächen respektive in der Handhabung der Kinder die aus solchen Geschehnissen herauskommen.

Es ist zum einen heuchlerisch gegen Abtreibungen zu sein, wenn die Gesellschaft solchen Kinder keinen Platz im Leben zugestehen will.

Die Gesellschaft kommt also nicht um die Verantwortung herum, die Abtreibungen mit zu finanzieren oder den Kindern und den Mütter ein lebenswertes Leben ohne Vorurteile und Einschränkungen zu ermöglichen.

Denn genau dies sind die Gründe warum zumeist die alleingelassenen Frauen abtreiben.

Es ist also zu einfach zu sagen Schwangerschaft ist Privatsache und somit auch die Folgen.

Daniel Coray
Chefredakteur, „D’r Obwaldner“

5 Jahre www.dr-obwaldner.ch

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