Eine alte Pforte schließt, und eine Neue öffnet sich und damit vielleicht auch ein neuer Weg, für solche, die das Jahr 2013 "Scheisse" fanden und nicht nach ihrem Gusto verlief

Die Wegmetapher leitet sich teils vom Bild einer Reise über Land oder einer Wanderung her, teils bezieht sie sich aber auch auf eine Seereise, bei der man sich an der Sonne, an Leitsternen, Leuchtfeuern und mithilfe des Kompasses orientiert. Diese Metaphern verweisen schon auf jene, die für uns eine herausragende Rolle spielen, wenn es um die geistige, begrifflich abstrakte Orientierung des Menschen in der Welt geht. Bekanntlich suchte noch Kant bei der Lösung der Frage "Was heisst: Sich im Denken orientieren?"

In der Regel kommen wir mit den üblichen Orientierungshilfen von Werten, Normen und Gewohnheiten ganz gut zurecht. Problematisch wird es erst, wenn diese Hilfen versagen, wenn es also keine weltanschauliche oder politisch-soziale Ordnung mehr gibt, die alle Lebensbereiche erschließt und gesellschaftliche Einheit anbietet. Gehen aber die gemeinsamen Überzeugungen einer Gesellschaft verloren, werden auch die Gewissheiten des alltäglichen Lebensvollzuges fragwürdig. Der Zuwachs an Entscheidungsmöglichkeiten rückt wieder ins Bewusstsein, was im sicheren Gang des Lebens und hinter den Gewohnheiten des Alltags fast vergessen wurde, dass nämlich wir durch unsere Freiheit bestimmt sind. Werden uns nun unsere Entscheidungen nicht mehr durch vorgegebene Muster erleichtert, brauchen wir mehr Aufgeschlossenheit, Mut und Risikobereitschaft, als bisher nötig war; dann sind Fantasie und Flexibilität, Änderungs- und Anpassungsfähigkeit erforderlich, die bei den eingeschliffenen Gewohnheiten fast in Vergessenheit geraten waren.

Noch dies: "Ein Leben ohne Feste", befand der griechische Philosoph Demokritos nicht ohne Witz, sei "wie ein langer Weg ohne Gasthäuser." Dieser Vergleich leuchtet jedem ein, der schon einen langen Weg ging, womöglich noch bei schlechtem Wetter und ohne Möglichkeit zu erholsamer Rast und Einkehr. Der Spruch lobt allerdings die Rast auf Kosten des Weges, der nur noch unter Aspekt betrachtet wird, mühsam und beschwerlich zu sein, und er diffamiert das alltägliche Leben, weil er nur seine Unterbrechungen, die sporadischen Feiertage und seltene, bei vielen alltäglichen Feste als erfreuliche Momente gelten lässt.

ALLEN HIER EINE GUTE LANDUNG IM NEUEN JAHR

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