Die Masseneinwanderungsinitiative der SVP suggeriert, dass dass das Problem der Migration einfach gelöst werden kann.

Ich möchte vorausschicken, dass ich mich nun ein gutes Semester lang im Rahmen meines Studiums mit der Globalisierung und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft und unsere Lebensräume befasst habe. In dem Sinne bin ich bestimmt bis zu einem gewissen Grad voreingenommen.

Die wichtigste Lektion die ich mitgenommen habe ist die Einsicht, dass die Globalisierung komplex ist und dass damit verbundene Probleme und Auswirkungen daher nicht mit simplen Lösungen und Massnahmen gelöst werden können.

Ein Beispiel für solch eine einfache Lösung ist die Masseneinwanderungsinitiative der SVP: Sie suggeriert, dass das Problem der Migration einfach durch Kontingentierung & Abschottung gelöst werden kann.

Die Argumente der SVP sind verständlich: Ja, wir müssen unser Streben nach unbegrenztem Wachstum überdenken. Und ich verstehe jeden, der um seine eigene und die Identität seiner Heimat fürchtet. Wir Schweizer profitieren aber auch von der Globalisierung, sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich, bei der Arbeit und beim Konsumieren. Selbst wenn die Initiative angenommen werden würde, hielte die Globalisierung nicht vor unserer Türe an, das Problem der Migration bestünde weiterhin: Über kurz oder lang müssten sich Gesellschaft und Politik erneut mit dem Problem befassen.

Schlussendlich ist die Frage, ob wir als Bevölkerung an nachhaltigen Lösungen interessiert sind. Die SVP hat Recht, wenn sie sagt, dass die Politik das Problem lange vernachlässigt hat und keine . Nicht wegen Faulheit oder aus Dummheit heraus, sondern aus Ohnmacht. Vielleicht erfordern komplexe Probleme einfach mehr Zeit und Wissen.

Kurz: Die Masseneinwanderungsinitiative der SVP will ein Problem lösen, das zweifelsohne besteht. Der Ansatz ist aber kein nachhaltiger und würde solidere Lösungen erschweren und auf die lange Bank schieben.

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