Der Lügen-Bigler schlägt wieder zu

Seit der Abstimmung um 1:12 ist es ruhig geworden um den freisinnigen Gewerbeverbandsboss Bigler. Damals war er vor Allem mit frisierten Zahlen aufgefallen als er behauptete einen "1000er-club" von KMU's gegen 1:12 augestellt zu haben. Auf Druck der 1:12-BefürworterInnen musste Bigler gegenüber dem Sonntagsblick zugeben, dass erst 600 Mitglieder in diesem ominösen Club der 1000 Mitglied seien. Schaute man sich diese Liste genauer an, viel erst einmal auf, dass viele dieser Unternehmungen keinesfalls KMU's waren (zB. UBS, CS, Schindler, Axa Winti, usw) und wenn man von denn 600 die unter "weitere Komiteemitglieder" aufgeführten, etwas aussortierte, sahen die Zahlen anders aus. Zog man nämlich all jene Komiteemitglieder ab, die kein Unternehmen angaben oder selber nicht Unternehmer waren, kam man noch auf 375.

Die Gründe waren nachvollziehbar: Da hatte man medienwirksam einen 1000er Club des beliebtesten Teils der CH-Wirtschaft versprochen - der KMU's - und deren Interesse hielt sich in Grenzen.

Jetzt Legt Lügen-Bigler nach: Er behauptet die Mindestlohninitiative würde die Einheit der Materie nicht erfüllen (http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Mindestlohninitiative-soll-fuer-ungueltig-erklaert-werden/story/17427770). Ich musste mich erst am Kopf kratzen und sowohl den genauen Grundsatz der Einheit der Materie nochmals genauer nachprüfen, dass ein direkter und sachlicher Zusammenhang zwischen den einzelnen Punkten einer Abstimmungsvorlage bestehen muss um nachher den Initiativtext etwas Lupe unter die Lupe zu nehmen (http://www.mindestlohn-initiative.ch/warum-mindestlohne/). Ich kam zum Schluss, dass es für Biglers nachweislich falsche Aussage nur drei mögliche Erklärungen geben kann:

  1. Der werte Herr hat den Initiativtext nicht gelesen.
  2. Er weiss nicht was "Einheit der Materie" heisst und benimmt sich wie ein Kantischüler, der irgendwas, was er im Unterricht aufgeschnappt hat, in der Prüfung aufschreibt, damit er vielleicht wenigstens per Zufall etwas richtig macht.
  3. Er lügt, dass sich die Balken biegen um sich selber im Gespräch zu halten und die Mindestlohninitiative durch Unterlaufen der direkten Demokratie zu verhindern.

Persönlich tendiere ich zur dritten Variante. Leider offenbart diese unter den dreien die undemokratischste Gesinnung. Eine Initiative, die alle Kriterien einer Volksinitiative derart offensichtlich zu Tage legt unter Vorschiebung derart konstruierter Anwürfe verhindern zu wollen, zeigt klar, wie viel man beim Schweizerischen Gewerbeverband von den Volksrechten hält.

Biglers Farce zeigt jedoch noch mehr: Wie viel Angst der Gewerbeverband vor einer Lohnpolitik haben, bei der endlich klar wäre, dass 100% Arbeiten für ein würdiges Leben reichen müssen. Dass die GegnerInnen dieses Grundsatzes sich einen *******dreck um die Demokratie scheren, wundert mich leider nicht besonders.

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