Der altbewährte Weihnachtsmann ist mit seinem Rentier-Schlitten unterwegs

Wissenschaftler sind meist pedantisch. So fragte sich Paolo Viscardi eines Tages, wie denn eigentlich die Rentiere des Weihnachtsmannes zu ihrem Flug um die Welt abheben. Nach längeren Berechnungen war dem Physiologen der Universität Leeds klar, dass die rund 300 Kilogramm schweren Tiere dafür fünf Meter lange Flügel haben müssten. Damit gelänge allerdings nur ihnen selbst der Abflug. Für den Weihnachtsmann und den mit Geschenken bepackten Schlitten seien Dutzende Rentiere nötig, ist sich Viscardi sicher. Ein Rätsel indessen konnte er nicht lösen: Wie schafft es der Weihnachtsmann, seinen Schlitten auf gleicher Höhe mit den Rentieren zu halten? Eigentlich müsste der Schlitten hinter den Tieren herunterbaumeln. Schlecht für die Geschenke. Einige Dutzend Rentiere allein könnten die Bescherung weltweit nicht schaffen, mindestens 200'000 seien nötig, korrigierten Studenten aus dem polnischen Szczecin. Und überhaupt, so gaben wiederum Biologen zu bedenken, Rentiere seien von Natur aus widerborstig. Selbst die Lappen hätten mit ihnen riesige Probleme. Außerdem lieben die Dickfeller eher den Müßiggang. Wenn sie schneller als 30 Kilometer pro Stunde liefen, gerieten sie außer Atem, und sie könnten auch nur 600 Kilo Geschenke schleppen. Einmal in Fahrt, lassen es sich die Weihnachtsforscher nicht nehmen, jeden Glauben an den Mann im roten Mantel und sein Team zu demontieren. So fanden sie heraus, dass auf die Huftiere, so sie sich in die Lüfte erheben, eine gigantische Strecke wartet. Mehr als zwei Milliarden Kinder, so zählte Unicef, leben auf der Welt. Statistisch gesehen sind das 2,5 Kinder pro Haus, und statistisch über die Welt verteilt stehen diese Häuser jeweils 420 Meter voneinander entfernt. Bleiben für den Mann in Rot 842 Millionen Stopps und eine gigantische Tour von 356 Millionen Kilometern, um kein Haus auszulassen. Da leidet der Service verständlicherweise unter extremem Zeitdruck. Selbst wenn er gegen die Rotation der Erde reist, bleiben dem roten Mann zwei Tausendstel Sekunden für jeden Kamin, schreibt Roger Highfield in seinem Buch "Können Engel fliegen?". Unter dem Strich, so errechneten die Wissenschaftler, müsste der gute Mann mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 2 060 Kilometern pro Sekunde unterwegs sein. Das wäre 6395-fache Schallgeschwindigkeit. Es müsste jedes Mal bei Durchbrechen der Schallmauer nur so krachen und rumsen am weihnachtlichen Himmel. Weil die Geschenke bei dem Tempo aber nicht im Vorbeiflug im Kamin landen können, muss der arme alte Mann jedes Mal bremsen, anhalten, Geschenke einwerfen und wieder anfahren. Dabei beschleunigt der Schlitten innerhalb von zwei Tausendstelsekunden auf unvorstellbare 4116 Kilometer pro Sekunde. Der Weihnachtsmann würde dabei mit dem Zweimilliardenfachen der Erd-Beschleunigung in den Sitz gepresst und endete, so der Physikprofessor Lawrence Krauss, als "klumpige Soße". Weltweite Landeerlaubnis Selbst wenn er die tollkühne Fahrt wie durch ein Wunder übersteht, bleibt das Schlittenproblem. Wenn jedes Kind nur einen mittelgroßen Baukasten bekommt, wiegt der Schlitten 1,95 Millionen Tonnen, der dickbäuchige Weihnachtsmann nicht mitgerechnet, das ist das Gewicht von zwanzig Ozeanriesen. Zudem müsste auf dem Schlitten Platz wie in 540'000 Eisenbahnwagons sein. So ein Schlitten wäre "ein ingenieurtechnisches Wunderwerk", so Larry Silverberg, Raumfahrttechnikexperte an der Universität von North Carolina. Nicht geklärt ist, wer den Mega-Flug finanziert. Denn der Weihnachtsabend, so hat man ausgerechnet, kostet rund 252 Milliarden Euro - 155 Milliarden für den Schlitten, 96 Milliarden für die Geschenke und noch 1,2 Milliarden für das Rentierfutter. Da Steuergelder für diesen Zweck wohl tabu sind, bleibt nur der Schluss: der Weihnachtsmann muss steinreich sein. Das dies alles nicht nur reine Rechenkunststücke sind, beweisen beispielsweise die Aufsichtsbehörden in Südafrika. Sie verlangen vom Rauschebart einen detaillierten Flugplan sowie ein Lufttüchtigkeitszeugnis der lappländischen Behörden für seinen Schlitten. Und die Zivilluftfahrtbehörde CAA forderte im vorletzten Jahr den Weihnachtsmann auf, für Geschenke mit "dem Formular CA-100334-B eine Zollfreigabe" zu beantragen. Da hat es der amerikanische Santa Claus einfacher. Wie jedes Jahr erteilten die strengen Damen und Herren der US-Luftfahrtbehörde FAA "weltweite Flug- und Landeerlaubnis".

Solche Berechnungen sind genauso unsinnig, wie das Rätseln um die Hautfarbe von Jesus. In den USA (und auch bei uns) beharrt man darauf, dass Jesus ein weisser Mann mit langem Haar war, die Juden bestehen darauf, dass er eher eine braune Haut hatte. Ein Professor von der Universität Birmingham geht sogar davon aus, dass er dunkel- bis schwarzhäutig mit schwulstigen Lippen und krausem Haar (afrikanischer Kontinent) dahergekommen sei. In Asien wird er gar als Asiat dargestellt.

Der Apostel Johannes durfte eine Vision sehen, wie Jesus heute in seiner verherrlichten Form aussieht. Demnach sind Jesu Haare „weiß wie Wolle“, „seine Augen wie eine Feuerflamme“ und „sein Angesicht [leuchtet], wie die Sonne scheint in ihrer Macht“ (Offenbarung 1,14-16).

Ich wünsche allen hier freudige und nicht zu heftige Weihnachten

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