Zuwanderungsproblem ist nicht überall gleich

Die Zuwanderung ist nicht in allen Kantonen ein Problem. Interessant ist, dass der Wanderungssaldo (Ausländer) in den letzten 5 Jahren von 103'000 (2008) auf den Tiefstwert von 51'200 (2012) gesunken ist. Nebenbei ist nicht zu vergessen, dass im letzten Jahr 33'500 Personen eingebürgert wurden. Mein Heimatkanton, das kleine Schaffhausen, ist jedoch auf Zuwanderung angewiesen. Die Bevölkerungsentwicklung meines Kantons weicht in jüngster Vergangenheit leicht vom Schweizer Durchschnitt ab, wie zum Beispiel der Geburtenüberschuss. Seit 1998 verzeichnet man mehr Todesfälle als Geburten, was zu einem negativen Geburtenüberschuss führt. Wobei in dieser Zeit die ständige ausländische Wohnbevölkerung mit einem Geburtenüberschuss von 2170 eine positive Bilanz aufweist, die schweizerische Wohnbevölkerung dagegen einen negativen Saldo von -3250.

Als Vergleich: Geburtenüberschuss 2008-2012 (ganze Schweiz) rund 85'700.

Gerade bestimmte Branchen und Betriebe ohne ausländische Arbeitskräfte oder aber Grenzgänger sind nicht mehr funktionstüchtig. Dabei denke ich auch an die Gesundheitsversorgung und Altersbetreuung. Dies erfordert qualifiziertes Personal, das aus der ansässigen Bevölkerung nicht in genügendem Maß rekrutiert werden kann. Dasselbe gilt für die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften: Rund ein Viertel aller Kinder des Kantons hat eine ausländische Staatsbürgerschaft, in bestimmten Gemeinden ist es fast die Hälfte. Diese Kinder, meine ich, gehören zum Bildungsfundament des Kantons. Sie sind demnach nicht als Belastung des Schulsystems zu betrachten, sondern vor allem als wichtiges Potenzial für die Zukunft.

Für den Kanton Schaffhausen (aber auch für andere Kantone) ergibt sich daraus folgendes Fazit: Eine Beschränkung der internationalen Zuwanderung würde verschiedene Branchen und vermutlich die ganze Wirtschaft in Bedrängnis bringen, da die Attraktivität des Kantons Schaffhausen für schweizerische Arbeitskräfte offenbar beschränkt ist. Eine Begrenzung der Zuwanderung dürfte somit unweigerlich Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung haben. Das natürliche Wachstum lässt sich relativ schlecht steuern. Positive Effekte auf die Geburtenziffer sind möglicherweise durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und weitere familienfreundliche Maßnahmen zu erreichen. Einige Kantone wachsen, andere schrumpfen. Dabei denke ich an meinen, denn in absehbarer Zukunft wird der Kanton Schaffhausen selbst den aktuellen Bevölkerungsbestand nur dank internationaler Zuwanderung halten können.

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