Die Ohnmacht der Politik gegenüber HIV/AIDS

1981 wurde AIDS zum ersten Mal beschrieben, das war vor über 30 Jahren, doch bis heute konnte sich die Politik nicht zusammenreissen und etwas gegen die Krankheit tun, vor allem in der Schweiz verhindern die Ewiggestrigen konsequent und leider erfolgreich eine wirksame Politik gegen das Virus.

Früher dachte man nur Schwule wären betroffen von HIV/AIDS, deshalb wurde es am Anfang auch oft GRID genannt, das steht für Gay Related Immune Deficiency, doch schnell stellte sich heraus das das kompletter Unsinn ist, auch Heterosexuelle können betroffen sein und auch Drogensüchtige. Die Krankheit ist in der Gesellschaft längst angekommen, es gibt weltweit Millionen von Infizierten auch in der Schweiz gibt es knapp 33’000 Menschen mit einer HIV-positiven Diagnose. Damit könnte man eine Stadt wie Uster füllen, das sollte uns zeigen, das dieses Problem auch in der Schweiz existiert und nicht ein hausgemachtes Problem aus Afrika ist.

Doch die Politik hat bisher wenig, bis gar nichts unternommen, zwar hat die Schweizer Bevölkerung am 22. September das revidierte Epidemiengesetz, welches vor allem einige Bereich der Entkriminalisierung von HIV/AIDS-Kranken beinhaltet, deutlich angenommen, aber sonst ist noch nicht viel passiert, neben ein paar kleinen Informationskampagnen. Das ist nicht sonderlich überraschend, den in der Schweiz haben immer noch bürgerliche Kräfte und christlich-fundamentalistische Kreise einiges zu sagen. Vor allem die Aufklärung bei Jugendlichen lässt nach 30 Jahren immer noch zu wünschen übrig.

Es braucht nun endlich mal eine Veränderung der Politik in diesem Bereich, denn ein politischer Wechsel kann auch einen gesellschaftlichen Wechsel einläuten. Als erstes muss jede gesetzliche Diskriminierung von HIV/AIDS-Kranken aus den schweizer Gesetzesbüchern verschwinden. Die politische Diskriminierung ist immer noch gewichtig, das beinflusst durchaus die gesellschaftliche Entwicklung in diesem Bereich, die immer noch nicht sonderlich weit fortgeschritten ist. Doch auch hier stellen sich wenig überraschend die konservativen Kreise dagegen, diesen Widerstand muss man brechen und eine Veränderung in der HIV/AIDS-Politik des Bundes einläuten, weitere Schritte wie das neue Epidemiengesetz müssen folgen und zwar zügig.

Und dann müssen wir Aufklärung und Information schneller und grösser weitertreiben. Die Statistiken beweisen, die HIV Zahlen steigen wieder leicht an, das zeigt das man noch nicht am Maximum der Information und Aufklärung angekommen ist. Vor allem in der Schule muss das Thema stärker in den Sexualkundeunterricht eingebunden werden, in dem es viel zu oft um Kinder und Geschlechtsorgane geht, aber viel zu wenig um Geschlechtskrankheiten, denn auch die Jugendlichen haben ein Recht auf körperliche Gesundheit, hier kann man durch eine massive Aufklärung z.B. im Lehrplan 21 einiges verändern. Und auch christliche Privatschulen müssen das Thema umfassend und obligatorisch verhandeln, keine Eltern haben das Recht ihren Kindern solche Informationen vorzuenthalten und die Gesundheit ihres Kindes aufs Spiel zu setzen.

Heute ist Weltaidstag und dieser Tag beweist uns einmal erneut, wie ohnmächtig die Politik gegenüber dieser Massenepedemie ist, dabei sind politische Lösungsansätze nicht einmal wirklich weit entfernt oder schwer zu erreichen, man müsste nur den Willen dazu haben, doch die Ewiggestrigen haben unser Land eindeutig noch mit beiden Händen fest im Griff.

7 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Gesundheit»

zurück zum Seitenanfang