Telecom und NSA - Unwahrheiten! Wie ist die Situation bei uns, bei der Swisscom?

NSA: Geschäft ist Geschäft – oder niicht?

(Quellen: „Zeit-Online“ und „Haaretz“)

„Die Deutsche Telekom arbeitet mit Leuten und Firmen zusammen, die auch Geheimdiensten wie der NSA zugeliefert haben.
Quelle. „Zeitonline“, vom 21. November 2013 10:20 Uhr; verfasst von Anna Catherin Loll; Link: http://www.zeit.de/2013/48/deutsche-telekom-geheimdienste-nsa/komplettansicht

**Rhoenblicks Kommentar:*
Die Telecom gibt sich betreffend Zugriff auf Daten und Sendungen ihrer Kunden zu Gunsten der NSA gänzlich unschuldig. Sie verspricht sogar, zusammen mit anderen Internetfirmen ein „sicheres“ System aufzubauen, bei dem alle Server die an der Datenübertragung beteiligt sind in Deutschland stationiert sein sollen, damit die Amerikaner (NSA) diese Daten nicht mehr absaugen können.
Nun lese ich in „Zeit-Online“, dass die Telecom seit März 2013 zwei Männer beschäftigt, die dem engsten Umfeld amerikanischer Geheimdienste angehören:*

1. Dr. Ori Cohen und # 2. Stas Khirman

Zu 1 – Dr. Ori Cohen:

Quellen:
1) "Linked in"; Link: http://www.linkedin.com/pub/ori-cohen/0/16/708 -> 4)
Dr. Ori Cohen, CEO at Deutsche Telekom Hosted Business Services
San Francisco Bay Area

2) "Wikipedia"; Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Narus
Narus
Gründung 1997
Sitz Sunnyvale, Kalifornien, Vereinigte Staaten
Mitarbeiter 150
Branche Überwachungstechnik, Rüstungsindustrie
Website www.narus.com

Narus ist der weltgrößte Hersteller von Massenüberwachungstechnologie (mass surveillance). Die Tochter von Boeing entwickelt und vertreibt unter anderem Echtzeit-Analytik-Software für Netzwerke für Signals-Intelligence-Anwendungen ("enterprise class" Spyware).[1][2]
Das Unternehmen kam 2004 in die Medien als bekannt wurde, dass einem Supercomputersystem, der NarusInsight, bei einem Internet-Backbone in San Francisco sämtliche Daten nahezu in Echtzeit für die NSA überwacht.
Das aktuelle Produkt (2013) „Narus nSystem“ soll nach eigenen Angaben eine Komplettlösung inklusive multidimensionaler Datenbank, Kompression von großen Datenmengen und Forensik-Portal bereitstellen.[3]

Geschichte
1997 wurde das Unternehmen von einem israelischen Team unter der Leitung von Ori Cohen, als Vizepräsident für Wirtschaftsförderung und Technologieforschung des Video-Networking Unternehmens VDONet und Stas Khirman in Israel initiiert.[4][5]

Beide - Ori Cohen und Stas Khirman - arbeiten seit März 2013 für die Deutsche Telekom AG.[6]

Seit 2004 ist bekannt, dass Narus ein Zulieferer des US-amerikanischen Geheimdienstes war, damals wurde der ehemalige Direktor der NSA William P. Crowell als Vorstand bei Narus ernannt.[3]
Diagramm der Mithöreinrichtung von der Electronic Frontier Foundation - "Marcus Declaration"-Dokument aus dem Rechtsstreit „Hepting vs AT&T“ von 2006.[7]
Diagramm wie es mutmaßlich installiert war, von der Electronic Frontier Foundation - "Klein Exhibit"-Dokument aus dem Rechtsstreit „Hepting vs AT&T“ von 2007.[7] Abbildung vergrößert und rotiert: [1].
Narus ist seit 2010 eine Tochter des US-amerikanischen Rüstungs- und Flugzeugherstellers Boeing.
Anwendungen
Narus-Geräte werden bei dem globalen Kommunikationsabhörsystems ECHELON-Programm, das ab Anfang der 2000er Jahre das von den USA, Großbritannien, Australien, Neuseeland und Kanada, die sogenannte Five-Eyes-Gruppe, betrieben wird, eingesetzt.
Narus wurde bekannt für die Entwicklung von NarusInsight, einem Supercomputersystem, das beim Internet-Backbone von AT&T in San Francisco installiert wurde. 2006 gab es einen Rechtsstreit zwischen der Electronic Frontier Foundation und AT&T[8], mit ausgelöst durch den ehemaligen AT&T-Techniker und späteren NSA-Whistleblower Mark Klein. Mark Klein und die Electronic Frontier Foundation konnten nachweisen, dass AT&T es der NSA mit Hilfe von Narus-Technologie gestattete, sämtliche Telefongespräche und IP-Daten direkt an den Backbones auszuleiten. Dazu installierte die NSA nach Kleins Angaben in einem geheimen Raum, Room 641A, im AT&T-Datacenter „San Francisco“ eine Abhörschnittstelle des Typs „Narus STA 6400“.[3] Ähnliche Systeme waren bereits in Seattle, San José, Los Angeles und San Diego installiert worden.
Narus ist der Hersteller der Technik für das Überwachungsprogramm PRISM der NSA, das durch den NSA-Whistleblower Edward Snowden im Zuge des Überwachungsskandals 2013 bekannt wurde.
Der Auslandsgeheimdienst Deutschlands, der Bundesnachrichtendienst (BND), hat Komponenten der Technik von Narus über die „Gesellschaft für technische Sonderlösungen“ (GTS) mit Sitz in Frankfurt am Main erworben, so die Recherchen des ARD-Magazins Fakt.[9]
Bereits kurz nach der Unternehmensgründung 2007 war GTS exklusiver Vertriebspartner von Narus, bei dem der BND 2008 die Technik gekauft haben soll. Zwei Jahre später stellte GTS die Geschäftstätigkeit ein. Wie Andy Müller-Maguhn, Mitglied im Chaos Computer Club und ehemaliger Direktor bei ICANN in der Fernsehsendung erklärte, bietet Narus keine kleinen Überwachungslösungen an.
Mit der hier entwickelten Überwachungstechnologie lässt sich die komplette Kommunikation eines bestimmten Netzes oder Staates aufzeichnen.
Literatur
• James Bamford: The Shadow Factory: The Ultra-Secret NSA from 9/11 to the Eavesdropping on America. Doubleday, 2008. ISBN 0385521324.
• Anna Catherin Loll: Geschäft ist Geschäft – oder nicht? Die Deutsche Telekom arbeitet mit Leuten und Firmen zusammen, die auch Geheimdiensten wie der NSA zugeliefert haben.
„Die Zeit“, vom 21. November 2013; Link: http://www.zeit.de/2013/48/deutsche-telekom-geheimdienste-nsa/komplettansicht
Weblinks
Narus Seite beim Buggedplanet, das Wiki zur Überwachungsbranche
Einzelnachweise
[1] Boeing: Narus. Boeing. Abgerufen am 17. September 2011: „A wholly owned subsidiary of The Boeing Company, Narus is headquartered in Sunnyvale, Calif., and supports a global base of government and commercial customers.“
[2] Narus Networks Private Limited: Private Company Information. In: Bloomberg Businessweek. Abgerufen am 17. September 2011. „Narus Networks Private Limited provides real-time network traffic and analytics software used to protect against cyber attacks and threats aimed at large Internet Protocol networks.“
[3] a b c Holger Bleich: Globaler Abhörwahn - Wie digitale Kommunikation belauscht wird. In: c’t 16/2013. heise, S. 112, abgerufen am 19. Juli 2013.
[4] Video-Interview mit James Bamford, zu seinem Buch "The Shadow Factory: The Ultra-Secret NSA from 9/11 to the Eavesdropping on America" Democracynow.org 14. Oktober 2008
[5] Raphael Fogel: Ori Cohen, private eye. In: Haaretz, 11. Juli 2006. Abgerufen am 17. September 2011. „It was founded in 1997 by Dr Ori Cohen, Stas Khirman and four other guys in Israel.“
[6] Ori Cohen. Linkedin Corporation, abgerufen am 28. Juli 2013.
[7] Hochspringen nach: a b Ryan Singel: AT&T 'Spy Room' Documents Unsealed - You've Already Seen Them, Wired.com 13. Juni 2007, Dokumente wurden veröffentlicht: http://eff.org/legal/cases/att (File "SER marcus decl.pdf")
[8] Christoph Dernbach: Wie die Geheimdienste Internet-Daten überwachen, impulse.de 27. Juni 2013
[9] BND selbst im Besitz von Prism-Technik, MDR.de 16. Juli 2013; „Das Erste“, Fact; vom 16.07.2013; Link: http://www.mdr.de/fakt/bnd-und-prism100.html

3) „Haaretz“; Link: http://www.haaretz.com/news/ori-cohen-private-eye-1.192771
Ori Cohen, private eye
By Raphael Fogel; Jul. 11, 2006 | 12:00 AM
If you've been keeping track of American Internet and the battles over surfer privacy, then you have run into the name Narus, which specializes in tapping surfer traffic. It was founded in 1997 by Dr Ori Cohen, Stas Khirman and four other guys in Israel.
For years Narus sailed on untroubled. But today it's become associated with the likes of Carnivore or Echelon, the notorious software programs that have become linked with spying on email and delivering data on surfers to government agencies.
The image change Narus has suffered and its frequent mentions in debates on privacy and the freedom of information, is mainly because of Mark Klein. That would be a technician retired from AT&T for 22 years, who reported to the American authorities a few months ago that he suspected AT&T of allowing the National Security Agency to bug its customers' phone calls.
Customer Internet traffic via the WorldNet service provider was reportedly shunted to data-mining technology in a secret room at AT&T facilities. The data analysis technology was made by Narus.
The scandal doesn't seem to have bothered Narus much: it takes pride in various forums in the quality of its offerings. Its products enable ISPs and phone companies to monitor and manage their networks, detect illegal intrusions - and tap calls. Nor is Narus shy of declaring AT&T to be one of its customers.
Even though the Electronic Frontier Foundation, which is striving to protect surfer privacy, has decided to sue the NSA in order to find out the scope of Washington's spying on the people, Narus still has nothing official to say about the affair.
...

4) „Linked in“; Link: http://www.linkedin.com/profile/view?id=32120&authType=NAME_SEARCH&authToken=o8IP&locale=en_US&srchid=2155250551385912286456&srchindex=1&srchtotal=45&trk=vsrp_people_res_name&trkInfo=VSRPsearchId%3A2155250551385912286456%2CVSRPtargetId%3A32120%2CVSRPcmpt%3Aprimary
CEO at Deutsche Telekom ‚Hosted‘*) Business Services, San Francisco Bay und Umgebung
Aktuell: Deutsche Telekom HBS, ChooChee (Acquired by Deutsche Telekom), Angel and advisor
Früher: Skyrider,Narus (Acquired by Boeing), VDOnet (Acquired by