71,9% der Working Poor arbeiten selber vollzeitlich. Brauchen wir einen Mindestlohn? Brauchen wir Jobs, die weniger als den Mindestlohn wert sind?

Kann es sich die Schweiz leisten, Leute mit so wenig Wertschöpfung zu beschäftigen? Tja.

Ich mache das mal wie andere hier und schmeisse mit Links und Zitaten um mich:

Daraus folgt:
1824 Stunden x 22 Franken = 40'128 Jahreslohn = 12 Monatslöhne = 3344 Franken Monatslohn (brutto).

*Zitat: «Ausländische Staatsangehörige sind unter den Working Poor stark übervertreten (13,2% gegenüber 5,7% bei den Schweizerin- nen und Schweizern). Personen mit ausländischer Nationalität ha- ben im Vergleich zu den Schweizerinnen und Schweizern sehr oft keine nachobligatorische Ausbildung und arbeiten häufiger in Tief- lohnbranchen. Allerdings bestehen bei der ausländischen Be- völkerung grosse Unterschiede. Während nur 2,8% der Erwerbs- tätigen aus nördlichen und westlichen Ländern der Europäischen Union (EU15) von Armut betroffen sind, beläuft sich die Quote der Working Poor bei Staatsangehörigen der südlichen Länder der EU auf 12,9%. Diese Quote erreicht 19,9% bei Ausländerinnen und Aus- ländern, die aus Nichtmitgliedstaaten der EU stammen; d.h. sie ist dreieinhalbmal so hoch wie bei Schweizer Staatsangehörigen.
Schliesslich lässt sich ein Unterschied nach Sprachregionen fest- stellen: Die Working Poor-Quote liegt in der Westschweiz klar über dem Durchschnitt (8,9%) und im Tessin sogar stark über dem Durch- schnitt (12,6%).

In gewissen Wirtschaftszweigen wie im Gastgewerbe (17,8%) und bei den Hausangestellten in Privathaushalten (32,6%) sind die Working Poor stark übervertreten.»*

http://www.seco.admin.ch/aktuell/00277/01164/01980/index.html?lang=de&msg-id=35736

  • ...

Folglich sind vorallem folgende Branchen betroffen, alle anderen haben einen GAV oder sind nicht gefährdet: Tourismus und Gastgewerbe, Detailhandel (namentlich Kleider und Schuhe), Call Center, Fitnesscenter und Kosmetikinstitute.

So.

Nach dem Studium obiger Quellen komme ich zu folgendem Schluss:

  1. Kleider- und Schuhläden, die ihrem Verkaufspersonal nicht einen anständigen Lohn zahlen können, verkaufen auch keine nachhaltigen Produkte, sondern Schleuderware aus ärmsten Drittweldländern (nicht Marokko sondern Bangladesh). Brauchen wir nicht, weg damit.
  2. Gastgewerbebetriebe dito (Rest sinngemäss siehe oben).
  3. Wer gegen die unqualifizierte Einwanderung (also die SVP) ist, MUSS Ja stimmen.
  4. Wer dagegen ist, dass Jobs ergänzend vom Staat unterstützt werden, MUSS Ja stimmen.
  5. Wer findet, dass Hausangestellte entweder den Mindestlohn verdienen sollten oder aber sich der Arbeitgeber strafbar macht, MUSS Ja stimmen.
  6. Wer glaubt, ein Lohn von CHF 4000.- pro Monat reiche im Schweizer Mittelland für ein komfortables Leben, ist entweder Eremit oder nicht ganz bei Trost.
  7. Und wer weiss, dass die Schweizer Industrie Arbeitnehmer beschäftigt, die weniger als 4000 bei 100% verdienen, soll sich bitte hier mit konkretem Beispiel melden.
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