Wir brauchen keine Quotenfrauen!

Das Thema «Frauenquote» erlebte in diesem Herbst eine regelrechte Blüte. Vielerorts war davon die Rede – sogar die FDP-Frauen haben sich im September dazu geäussert und entsprechende Zielvorgaben für die öffentlichen Verwaltungen verlangt. Schliesslich hat die EU-Kommission Mitte November einen Gesetzesentwurf verabschiedet: Den gut 5'000 Firmen im EU-Raum wird vorgeschrieben, dass sie bis 2020 ihre Verwaltungsräte mit 40 Prozent Frauen besetzen müssen. Wird diese Frauenquote nicht realisiert? Dann drohen saftige Bussgelder.

Hand aufs Herz: Wer will gerne eine Quotenfrau sein? Ich halte von solchen Quotenregelungen – oder anders formuliert: von solch willkürlichen Zwangsmassnahmen – nichts. Wir tun damit weder den Frauen noch unserer gesellschaftlichen Entwicklung einen Gefallen. Nicht das Geschlecht, sondern vielmehr Ausbildung, Fähigkeiten, Erfahrung und vor allem Bereitschaft zur Karriere müssen die ausschlaggebenden Kriterien bei der Stellenbesetzung sein – unabhängig von der Stufe.

Keine Frage: Frauen in der Arbeitswelt sind wichtig. Und selbstverständlich sollen Frauen mehr Führungspositionen übernehmen können. Deshalb müssen wir endlich gescheite Möglichkeiten schaffen, damit Frauen Beruf und Familie besser kombinieren können. Das wäre gegenüber den Frauen nicht nur respektvoller, sondern vor allem nachhaltiger als theoretische Quoten.

0 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Gesellschaft»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production