One child = one vote, oder: Wird das Kinderstimm- und -wahlrecht die Jugendparlamente überflüssig machen?

Gestern berichtete die Tagesschau über die Ergebnisse der Jugendsession: Viele junge Leute haben sich gerne eingesetzt - aber wozu eigentlich? Sie haben sich in grosser Politik geübt, doch die Wirkung ist einmal mehr gering geblieben, zumal sich viele PolitikerInnen kaum die Mühe nehmen, die Vorstösse zu studieren - denn dazu sind sie leider auch in keiner Weise verpflichtet.

Hätten die U18 das Stimm- und Wahlrecht, dann sähe die Sache anders aus: Da alle PolitikerInnen sich um die Gunst der Wählenden bemühen müssen, um gewählt zu werden, müssten sie endlich auch die Jungen ernst nehmen! Und anstelle von wirkungslosen Jugendparlaments-Vorstössen könnten die Jungen Initiativen, Referenden und Motionen lancieren, die Volk und Parlament vorzulegen wären, statt in der Schublade zu enden.

Es ist nicht einzusehen, warum ausgerechnet jenem Teil der Bevölkerung, der noch am meisten Lebensjahre vor sich hat, die politischen Rechte vorenthalten werden. Klar, das ist heute in allen Demokratien so. Das macht dieses Paradoxon aber in keiner Art und Weise erträglicher und muss baldmöglichst behoben werden - so wie einst die Frauen stimm- und wahlberechtigt geworden sind.

Das Kinderstimm- und -wahlrecht hat prominente Unterstützung erhalten: Zwei Jahre nachdem die Kinderlobby Schweiz das Projekt in einer Publikation ausführlich dargestellt hat, ist in Deutschland das Buch "Lasst unsere Kinder wählen" erschienen. Autorin ist niemand geringerer als die ehemalige Bundesfamilienministerin Renate Schmidt. Bis die Kinder ihre Stimme selber abgeben, würden sie von ihren Eltern vertreten. Zur praktischen Umsetzung meint die Ministerin cool, dass in der Politik schon kompliziertere Sachverhalte gelöst werden konnten, als es die Einführung eines Wahlrechts von Geburt an wäre!

Die Empfehlung an die nächste Jugendsession: Wir planen eine Sondersession zur Einführung des Kinderstimm- und -wahlrechts!

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