Massnahmen zur Unterstützung armer Familien sind gefordert – keine Steuergeschenke für Reiche!

Die Familie ist das grösste Armutsrisiko. Das zeigt der aktualisierte Sozialbericht des Bundesamtes für Statistik . Die SVP will jedoch mit ihrer Familieninitiative reiche Familien entlasten, indem sie ihnen einen Steuerabzug für eine nicht getätigte Auslage ermöglichen will. Das ist sowohl steuer- wie auch realitätsfremd. Denn Steuerabzüge sind nur einer Minderheit der Familien möglich. Gefragt sind jedoch Massnahmen zur Unterstützung armutsbetroffener Familien. Meine Rezepte sind: Die Einführung von Familienergänzungsleistungen und genügend familienergänzende Kinderbetreuung.

2009 lag die Sozialhilfequote für Alleinerziehende bei 16,9 Prozent. 2011 bereits bei 17,4 Prozent. Für junge Erwachsene, Geschiedene und AusländerInnen sank die Quote, während sie für Kinder zunahm . Das ist die Realität von der ich spreche, die ich als Vorsteherin für Soziales der Gemeinde Wettingen kenne. Auf diese Realität muss eine aktuelle und durchdachte Familienpolitik Bezug nehmen. Die Eigenbetreuung der Kinder steuerlich abzugsfähig zu machen, wie es die SVP-Familieninitiative vorschlägt, begünstigt nur bereits begüterte Familien. Ärmere Familien können keine Steuerabzüge machen, hätten aber Unterstützung nötig. Diese bietet die Mogelpackung der SVP nicht.

Meine Ansätze sind konkret und einfach umzusetzen, die ökonomische Existenzsicherung der Kinder muss gewährleistet werden.

Genügend familienergänzende Kinderbetreuung
Eine richtige Familienpolitik beinhaltet flächendeckend eine qualitativ gute familienergänzende Kinderbetreuung, die für alle bezahlbar ist. Damit wird die Erwerbsbeteiligung aller Eltern gefördert und damit auch die Armutsspirale durchbrochen.

Ergänzungsleistungen und konkrete Projekte gegen die Familienarmut
Familienarmut ist nicht nur als reales Problem anzuerkennen, sondern sie ist aktiv in Form von konkreten Projekten zu bekämpfen und das Ziel zu setzen, Erwerbsanreize zu schaffen und die Vereinbarkeit von sozialem Leben, Familie und Erwerbsleben zu fördern. Ergänzungsleistungen für Familien sehe ich als vordringliche Lösung. Das vertrete ich auch mit meiner Motion „Familienergänzungsleistungen als Mittel zur Armutsbekämpfung“.

Deshalb gilt es, die Familienmogelpackung abzulehnen. Nicht einige wenige sollen von einer modernen realitätsgewandten Familienpolitik profitieren können, sondern die grosse Mehrheit, welche wirklich auf Unterstützung angewiesen ist. Zudem gilt es, keine neuen Ungerechtigkeiten zu schaffen – denn wer kann schon ein GA als Berufsausgaben geltend machen, wenn er oder sie einen kurzen Arbeitsweg hat?

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