Ein klares JA zur Vignette

Das heutige Nationalstrassennetz ist das Rückgrat der strassenseitigen Verkehrserschliessung in unserem Land. Es basiert auf den Grundlagen von 1960 und wurde seither nur leicht ergänzt. Seit 1960 ist die Wohnbevölkerung unseres Landes von 5,4 auf 8 Millionen angewachsen. Damit hat auch der Verkehr insbesondere auf den Nationalstrassen massiv zugenommen. Das Nationalstrassennetz soll daher um rund 400 km Strassen, die heute bei den Kantonen sind, erweitert werden.

Kein Preisaufschlag seit 1995
Insgesamt erwachsen dem Bund für Betrieb, Unterhalt und Ausbau der neuen Strecken zusätzliche jährliche Kosten von rund 300 Millionen Franken. Um diese Mehrkosten zu decken, soll der Preis für die Jahresvignette von 40 auf 100 Franken erhöht werden. Auch wenn niemand von Gebührenerhöhungen begeistert ist, darf nicht vergessen werden, dass sich die Fahrleistung auf den Nationalstrassen seit den 1990er Jahren verdoppelt hat und der Preis der Autobahnvignette seit 1995 unverändert blieb. So ist klar, dass zusätzliche Strassen auch nach zusätzlichen Mitteln rufen. Im Vergleich zum Ausland bleibt die Benutzung der Strasse auch mit einer Vignette von CHF 100.- nach wie vor günstig. Dazu kommt, dass mit der Vignette auch ausländische Automobilisten einen Beitrag an die Finanzierung des Nationalstrassennetzes leisten. Im letzten Jahr machte dieser Beitrag rund 130 Millionen aus – mehr als ein Drittel des gesamten Vignettenertrages!

Nationalstrassen „verbinden“
Unsere Verkehrsträger sind auch für den Zusammenhalt der Schweiz von grösster Bedeutung. Mit einem Ja zur Vignette kann das Nationalstrassennetz so erweitert werden, dass die Nationalstrassen künftig sämtliche Landesteile der Schweiz verbinden. Das angepasste Nationalstrassennetz verbindet auch Agglomerationen mit Rand- und Berggebieten. Rund die Hälfte der zusätzlichen Nationalstrassenkilometer entfallen auf die Gebirgskantone. Im Gegenzug werden einige mittelländische Kantone von der Finanzierung von bedeutenden Projekten wie Umfahrungen, Lückenschliessungen und Netzergänzungen entlastet. Damit leistet die Vorlage einen Beitrag zum nationalen Zusammenhalt, indem die wirtschaftlich schwächeren Gebiete besser mit den Wirtschaftszentren verknüpft werden.

Ohne Vignettenpreiserhöhung keinen Ausbau des Nationalstrassennetzes
Die Erweiterung des Nationalstrassennetzes ist an die Erhöhung des Vignettenpreises gekoppelt. Wird die Erhöhung abgelehnt, hat das zur Folge, dass die Erweiterung des schweizerischen Nationalstrassennetzes nicht zustande kommt. Das würde bedeuten, dass der Ausbaustandard dieser Strassen nicht erhöht wird und wichtige Projekte nicht realisiert werden können. Diese Investitionen sind für unseren Wirtschaftsstandort Schweiz allerdings zentral. Alleine auf den Nationalstrassen haben wir 20‘000 Stunden Stau pro Jahr. Dazu kommt, dass sich diese Zahl von 2008 bis 2012 verdoppelt hat. Eine Stunde im Stau ist wirtschaftlich gesehen teurer als die Vignettenpreiserhöhung. Ein Ja zur Vignette verbessert die Verkehrserschliessung nicht nur in den Städten und Agglomerationen, sondern auch in den wirtschaftlich schwächeren Gebieten.

Für gute und sichere Nationalstrassen brauchen wir eine gute und sichere Finanzierung. Darum ist meine Empfehlung: Ein überzeugtes JA zur Vignettenpreiserhöhung.

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