Soll der Staat wirklich nicht in Unternehmensfragen dreinreden?

Der Staat bestimmt, dass Bürger Pensionskassen-Beiträge leisten müssen, die auch zum Aktienhandel mit nichtstaatlichen Unternehmens-Werten dienen. Von einer klaren Trennung von Staats- und Privat-Wirtschaft kann daher längst nicht mehr gesprochen werden. Die Tatsache, dass erst die Pensionskassen -Obligatorien dazu geführt haben, dass derart ungeheure Mengen von Kapital (auch) in den Aktien-Markt geflossen ist, ist auch nicht wegzudiskutieren.

Solange also der Staat die Bürger dazu zwingt, in private Unternehmen zu investieren, sollte eigentlich der gleiche Staat auch das Recht haben, diesen Firmen verbindlich eine Obergrenze an Salären vorzuschreiben, es ist geradezu absurd, in diesem Zusammenhang auch noch von einer 'freien' Wirtschaft zu sprechen.

Aus diesen Gründen werde ich wahrscheinlich gar nicht darüber abstimmen oder dann mein JA in die Urne legen, selbst als Ultra-Liberaler sehe ich keinen Grund, NEIN dazu zu sagen, auch wenn ich anfänglich, schon aus dem Grund, weil es aus einer eher 'ungeliebten' Ecke kam, darüber auch nur den Kopf schüttelte.

Aber Ehre, wem Ehre gebührt, C. Wermuth hat es brilliant gemacht, er ist ein echter Ueberzeugungstäter, und solche Leute verdienen es, von mir zumindest, politisch ernst genommen zu werden. Er kommt damit in einem Moment der Zeitgeschichte, die uns sowieso zu fundamentalen Richtungsentscheiden zwingen wird, wir alle wissen, dass es so nicht weitergehen kann, wenn wir nicht in Kauf nehmen wollen, nur noch von Krise zu Krise weitergeschüttelt zu werden.

Nimmt die Schweiz an, wird das (mittel-langfristig) globale Auswirkungen haben, es wäre gar eine geschichtsträchtige Pionierleistung. Wermuth würde vielleicht gar zum Welt-Helden. Wenn die demokratische Schweiz sowas macht, hat es Vorbild-Charakter. Vielleicht ist es auch das, vor was die Gegner derartige Angst haben?!..

Es wird sich zeigen, ob Superverdienende dann gehen, weil sie sowieso nur wegen der Kohle bei uns weilten, oder ob sie bleiben, weil es ihnen bei uns einfach besser gefällt.

Wenn wir aber wollen, dass sie bei uns bleiben, dann sollten wir vorsichtig sein, bei 1:12 mag ja Wermuth vielleicht richtig liegen, in anderen Fragen aber wäre es eher ratsam, sich in einigen Dingen relativ rassig auf die ganz Rechte Seite zu legen, sonst gehen nämlich die Reichen sowieso einmal. Aber dann wird halt Wermuth sofort wieder zum BöFei.

Das ist Politik...

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