Die Einführung der Eigenbetreuungsabzüge ist gleichzeitig das Ende der Fremdbetreuungsabzüge.

So gut die Initiative tönt, so widersinniger ist sie bei der Umsetzung. Wenn ein neues Gesetzt gemacht wird, muss immer auch überlegt werden, ob es besser ist als das Bestehende. Die Familieninitiative ist das definitiv nicht. Im Gegenteil, sie schwächt die Familien und gefährdet die jetzige grosszügige Regelung von Steuerabzügen für Familien.

Die Initiative schreibt vor, dass Familien die ihre Kinder selber betreuen, mindestens die gleich hohen Betreuungsabzüge bei den Steuern machen können, wie Eltern, welche die Kinder fremd betreuen lassen. Im Kanton St. Gallen konnten bis anhin nur die effektiven Kosten der Fremdbetreuung abgezogen werden. Dies bis maximal 7500.00 Fr. Wenn nun das Gesetz korrekt umgesetzt würde, müsste man den Fremdbetreuungsabzug auf einen Betrag fixieren. Sonst kann man nicht gleich hohe Kosten für die Eigenbetreuung abziehen. Es wir also eine Pauschale für die Fremdbetreuung, sowie für die Eigenbetreuung festgelegt werden müssen. Das heisst letztendlich nichts anderes, als dass ein Kinderabzug gemacht werden kann. Dieser ist aber schon jetzt im Gesetz festgelegt. Es macht keinen Sinn, im Steuergesetz den Kinderabzug in Fremd- und Selbstbetreuungsaufwand zu unterteilen.

Im Kanton St. Gallen sind bereits jetzt sehr hohe Kinderabzüge möglich. Eine weitere Erhöhung um den Betrag der Fremdbetreuung würde Steuerausfälle im Kanton und den Gemeinden von 60 Millionen Fr. ergeben. Das führte zu einer erneuten Steuererhöhung, die gerade die Familien wieder mitfinanzieren müssen. Um dies zu vermeiden, werden als Fazit die Kinderzulagen in der Höhe nicht angepasst oder sogar massiv gesenkt werden und der Fremdbetreuungsabzug fällt weg.

Ganz schlimm wäre das Szenario, wenn die ordentlichen Kinderbeiträge gekürzt werden müssten zu Gunsten einer Betreuungspauschale. Diese wird dann wohl nicht pro Kind gerecht. Dann sind vor allem Eltern mit mehreren Kindern betroffen, was völlig gegen das Ziel der Initiative zielt, nämlich die Wertschätzung und Anerkennung der Familie.

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