Kleine Zugabe für alle Hartgesottenen, welche immer noch glauben, die SVP-Familieninitiativ​e "aus Gerechtigkeit" unterstützen zu müssen:

  1. Es gibt viele Familien, die ihre Kinder extern betreuen lassen müssen und für die hohen Kosten VOLLUMFÄNGLICH SELBER aufkommen. Damit wird dann auch noch für den Staat ein schönes steuerbares Einkommen generiert. Alltägliches Beispiel: Wer seit Jahr und Tag pro Jahr weit über CHF 10'000 für die Kinderbetreuung ausgibt, bekommt natürlich für diese Dienstleistung keinen Rappen "Subvention" vom Staat. Dass diese Kosten (nur zum Teil) als Berufsauslagen von der Steuer abgezogen werden dürfen, wird wohl jedem einleuchten.
  2. Bei der externen Kinderbetreuung lautet die Gleichung dann eben NICHT: CHF 9'200 Abzug (derzeitiges Maximum bei der direkten Bundessteuer) für die externe Kinderbetreuung (effektive Auslagen!) = CHF 9'200 Steuerersparnis. Der Abzug bringt über den Daumen gepeilt nur eine Steuerersparnis zwischen CHF 1'500 bis max. CHF 3'500.
  3. Mit der "gerechten" SVP-Initiative sollen nun also auch jene Steuerpflichtigen CHF 9'200 von der Steuer abziehen können, welche keinen Rappen ausgegeben haben. Steuerersparnis ebenfalls CHF 1'500 bis max. CHF 3'500. Bloss bleibt hier ein Plus von CHF 6'500 bis CHF 8'500, weil eben keine Auslagen wie unter Ziffer 2 beschrieben. Das soll also "gerecht" sein...
  4. Auf was wird die Übung bei einer Annahme der Initiative hinaus laufen: Die Ausfälle von 1.5 Mia. Franken können ziemlich sicher nur so kompensiert werden, dass der Maximalbetrag für Abzüge aus externer Kinderbetreuung GESENKT wird, damit die "Gleichstellung", wie sie die Initiative fordert, erreicht und auch finanziert werden kann. Alle, die ihre Kinder also extern betreuen lassen müssen und Vollzahler sind (und das sind nicht wenige!) schauen mit der SVP-Initiative voll in die Röhre! Sprich zahlen mehr Steuern, weil kleinere Abzüge!
  5. Was die gesellschaftlichen Auswirkungen anbelangt: Es wird sich mit der Initiative in einer Familie mehr "lohnen", auf eines der beiden Einkommen zu verzichten. Ist wohl auch klar, wer dann in aller Regel zuhause bleibt. Und es ist ja auch "toll", auf unsere gut ausgebildeten Frauen und Mütter nicht mehr zurück greifen zu können und die Stellen-Lücken mit ausländischen Arbeitnehmern zu füllen... Falls Sie Vater einer Tochter sind: Können Sie Ihrer Tochter tatsächlich eine solch rekationäre Initiative mit gutem Gewissen verkaufen und zumuten?
  6. Wer diesen Worten keinen Glauben schenkt, siehe:

http://www.ta​gesanzeiger.ch/schwei​z/standard/SVPInitiat​ive-Drei-Beispielfami​lien-drei-Steuerrechn​ungen/story/22435182​

  1. Last but not least: Wenn sogar das Bundesgericht urteilt, dass "Betreuungsabzüge" ohne effektive Auslagen der Steuergerechtigkeit widersprechen und verfassungswidrig sind, kann man mit einem NEIN zur SVP-Mogelpackung kaum total daneben liegen...
1 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Steuern»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production