Die SVP-Familieninitiative möchte den Fremdbetreuungsabzug wieder abschaffen und damit alle Familien bestrafen.

Die SVP hat eine Initiative zur Abstimmung gebracht, die Rückschritte in der Familienpolitik hinnehmen möchte und dazu noch den Föderalismus ignoriert. Die (sogenannte)Familieninitiative der SVP zwingt die Kantone dazu, für die Selbstbetreuung von Kindern einen gleich hohen Steuerabzug zu gewähren, wie für die Fremdbetreuung. Im ersten Moment klingt dies nach einer gerechten Anerkennung für die Eltern, die die Kinder zu Hause betreuen. Schaut man jedoch hinter die Fassade, wird schnell klar, dass es der SVP darum geht, den Abzug für die Fremdbetreuung wieder abzuschaffen und ein Familienmodell zu bevorzugen.

2011 haben wir mit der Einführung des Fremdbetreuungsabzugs einen grossen Schritt in Richtung Gleichstellung der Familienmodelle gemacht. Effektive Kosten können abgezogen werden und die Familien wurden entlastet. Die SVP, die sich sonst immer als sehr föderalistische Partei ausgibt, möchte die Kantone nun dazu zwingen, einen Eigenbetreuungsabzug einzuführen, welcher mindestens gleich hoch sein soll. Die Initiative wird bewirken, dass der Abzug für die Fremdbetreuung stark gesenkt oder ganz gestrichen werden muss. Denn es wird sich nicht finanzieren lassen, beide Abzüge auf einem angemessenen Niveau zu halten. Für Alleinerziehende und alle Familien, die auf eine bezahlbare Fremdbetreuung angewiesen sind, wäre dies fatal.

Wer wirklich alle Familien unterstützen und entlasten will, setzt auf die Befreiung der Kinder von Krankenkassenprämien, höhere Kinderzulagen und die Abschaffung der Heiratsstrafe. Die SVP-Familieninitiative hingegen ist ein Rückschritt in der Familienpolitik und deshalb am 24. November 2013 klar abzulehnen.

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