Die 1:12-Initiative beseitigt nicht alle Ungerechtigkeiten.

Ich habe mir heute morgen den Initiativtext noch einmal angeschaut. Darin steht wörtlich:

2 Der Bund erlässt die notwendigen Vorschriften. Er regelt insbesondere:

a. die Ausnahmen, namentlich betreffend den Lohn für Personen in Ausbildung, Praktikantinnen und Praktikanten sowie Menschen mit geschützten Arbeitsplätzen;*

b. die Anwendung auf Leiharbeits- und Teilzeitarbeitsverhältnisse.

Also ausgerechnet Leih- und Teilzeitarbeiter sollen von der Regelung ausgenommen werden. Leiharbeiter gehören aber bekanntlich zu denjenigen Beschäftigten, die am meisten ausgenützt und hintergangen werden. Und ebenfalls Teilzeitarbeitende gehören oft zu denjenigen Einkommensklassen, die man als Working poor bezeichnet. Und dass mit sogenannten Praktikanten und Menschen in geschützten Arbeitsplätzen, letztere gerade mit dem Aufkommen sogenannter Sozialfirmen, auch nicht alles sauber läuft, dürfte den Initianten nicht unbekannt sein.

Und wer in der 1:12-Initiative ebenfalls nicht geregelt ist, ist die zunehmende Zahl von Fürsorgebezügern, die von den Sozialämtern an Arbeitgeber zu Billigstlöhnen verschachert werden. (Den Fall des 63-jährigen Malers, den unser Sozialdienst zur Arbeit bei einem Malermeister für Fr. 1'200.– im Monat gezwungen hat, habe ich andernorts schon mehrfach angeführt). Was ist mit diesen Leuten? Ist dieser Fall durch die Bestimmung Er regelt insbesondere (genügend) abgedeckt?

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